Schubert: Sinfonien 1, 3 & "Unvollendete"

Franz Schubert - Schubert: Sinfonien 1, 3 & "Unvollendete"

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Jugendliches Genie
Franz Schubert könnte man als das erstaunlichste Talent der gesamten Musikgeschichte bezeichnen. Er starb noch fünf Jahre eher als Mozart und hinterließ dennoch Musik, die auf einem Level mit den Werken Beethovens und Bachs steht.

Der Pianist Valery Afanassiev hat mal gesagt, der Gedanke, der ihm in Bezug auf die Musikgeschichte die meiste Ehrfurcht einflöße, sei die Frage, wohin Schubert wohl die Musik noch getrieben hätte, hätte er nur zehn Jahre länger zu leben gehabt. Man muss gar nicht auf die großen, zeitlosen Meisterwerke schauen: Wer in unserem Hörbeispiel, dem ersten Satz aus Schuberts 1. Symphonie, erlebt, was dieser Mann im Alter von 16 Jahren komponiert hat, der dürfte wissen, was gemeint ist.

Franz Schubert (1797-1828) wurde nur 31 Jahre alt. Er kam in Wien als dreizehntes von sechzehn Geschwistern zur Welt, von denen nur fünf über das erste Lebensjahr hinauskamen. Etwa zur Zeit seiner 1. Symphonie schmiss er die Schule und lebte die 15 Jahre, die ihm noch verbleiben sollten, ganz für die Musik. In diesen Jahren beschritt der Komponist Schubert in zahlreichen musikalischen Gattungen ganz neue Wege der Gestaltung, etwa im Lied, in der Klavier- und Kammermusik und auch in der Symphonie. Dies ist einerseits seinem Genie, andererseits aber auch der Tatsache zu verdanken, dass Schubert seine musikalische Ausbildung nie abgeschlossen hat. Es war für ihn also oft ein natürlicher Schritt, sich ganz neue und eigenständige formale Lösungen einfallen zu lassen.

Nicht nur hat Schubert - neben Beethoven, seinem verehrten Vorbild - die Musik von der Klassik zur Romantik geführt, auch sein kurzes Leben entsprach dem Urbild des tragisch-romantischen Künstlers. Seine Musik brachte ihm zu Lebzeiten praktisch nichts ein, also war Schubert stets auf das Wohlwollen seiner zahlreichen Künstlerfreunde angewiesen, bei denen er abwechselnd unterkam.

Dieser Kreis von Männerfreunden war, man muss es so sagen, menschlich das einzig positive im Leben von Franz Schubert, der nichtsdestotrotz unter großer Einsamkeit litt und zeitlebens ohne Erfolg auf der Suche nach einer Partnerin war. Seine Künstlerseele war nicht genug, um ihm bei der holden Weiblichkeit über die Makel seiner kleinen Statur und seines nicht eben attraktiven Äußernen hinwegzuhelfen.

1 CD, ca. 80 Minuten

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