Frightened Rabbit - "Painting Of A Panic Attack"

Frightened Rabbit - Painting Of A Panic Attack

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Flügel ausgebreitet

Die schottischen Indie-Rocker von Frightened Rabbit sind nach drei Jahren mit "Painting Of A Panic Attack" zurück und holen sich mit Aaron Dessner einen der The National-Masterminds als Produzenten hinters Pult. Gute Entscheidung.

Sie sind wohl eines der am besten gehüteten Musikgeheimnisse des rauhen schottischen Festlands - und jene, die diesem emotionalem Tsunami bereits erlagen, fragen sich wohl unablässig, warum diese Band nicht auf einer Stufe mit Kalibern wie den Foals, The National, Killers oder Death Cab For Cutie steht.

"Death Dream" ist der erste veröffentlichte Snippet, gleichzeitig Opener der Platte und dramaturgischer Auftakt einer 45-minütigen Reise in die Probleme zwischenmenschlicher Gefilde mit allem, was einem das ein oder andere Mal so richtig schön am Leben verzweifeln lässt. Narrativ, verspielt und knallhart philosphiert Hutchison wieder über die körperlichen Auswirkungen von Liebesbeziehungen ("Get Out"), Alkoholsucht ("I Wish I Was Sober") und Gefühle der Entfremdung, sei es von der Person, die da gerade vor dir sitzt oder derjenigen, die dich im Spiegel anschaut ("Woke Up Hurting").

Mit dem Akt, die Plattennadel auf ein Frightened Rabbit-Album zu legen, muss einem klar sein, dass man sich ab Sekunde Eins in einem Kampf befindet. Einem wunderschönen, faszinierenden, aber auch schonungslosen und mitunter todtraurigen Kampf mit sich selbst, seinem eigenen Leben und den Entscheidungen, die in diesem bis zum jetzigen Zeitpunkt getroffen wurden.

"Ich fand es schon immer spannender, über die körperlichen Eigenschaften von Liebe und Verlust zu schreiben als über die seelischen."
Scott Hutchison

Der Folk aus Anfangstagen dient dabei lediglich noch als Grundgerüst und blinzelt nur ganz vereinzelt so roh und zerbrechlich hervor wie im letzten Song "Die Like A Rich Boy". Von orchestralen Arrangements bis hin zu einem fast schon poppigen Einschlag scheint Produzent und The National-Mastermind Aaron Dessner Frightened Rabbit eine breitere Spannweite verliehen zu haben. Unvermeidlich wohl, dass sie sich dem Soundschema der Band des Mannes hinter den Reglern ein Stück weit annähern, was ja aber auch nicht das Schlechteste ist. 

Nachdem heute "Painting Of A Panic Attack" erscheint, haben Frightened Rabbit eine handvoll Alben in ihrer Diskographie aufgereiht. Eins stilistisch immer ein klein wenig anders als das letzte. Ob nicht nur anders, sondern besser, bleibt Geschmackssache. Aber was vor zehn Jahren mit stilechtem Folk begann, ist jetzt emotional aufgeladener Indie-Rock, der auch und vor allem durch die wahnsinnige Tiefe und schonungslos ehrliche Lyrik glänzt. 

Kaum zu glauben: das letzte Album "Pedestrian Verse" hat jetzt schon drei Jahre auf dem Buckel. Wie das zeitlos gute Alben so an sich haben, war es aber stets präsent, weil es das ein oder andere mal dann doch schnell wieder auf dem Plattenteller gelandet ist. Mit "Painting Of A Panic Attack" überstehen wir in jeden Fall auch die nächsten drei Jahre, würden uns aber natürlich über eine baldige Rückkehr freuen.

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