Nah und Fern

Gas - Nah und Fern

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Im Wald mit Wolfgang Voigt

Wer von Köln und Techno spricht, der spricht zwangsläufig von Wolfgang Voigt. Voigt hat Kompakt mitbegründet. Seine Veröffentlichungen unter Namen wie Dom, Freiland, Fuchsbau, Gas oder Mike Ink prägen bis heute den Sound der Stadt.

Dickicht, übereinander gestürzte Bäume, mal knistert es leise, mal dröhnt es unheimlich aus dem Klangwald, den Wolfgang Voigt alias Gas auf vier Platten durchstreift. Voigt lotet hier die Grenzen dessen aus, was deutsche Popmusik sein könnte, die ihr kulturelles Erbe ernst nimmt, von der Romantik bis zu Wagner, von Mann bis Techno und es in neue Zusammenhänge überführt.

Weil Voigt in den 90er mit Begriffen wie "genuin deutsche Popmusik" hantierte und seine Platten "Zauberberg" oder "Königsforst" nannte, sah er sich dem Vorwurf der Deutschtümelei ausgesetzt. Knapp zehn Jahre später erregen die vier Gas-Platten weniger Aufsehen durch ihre kulturellen Bezüge als die unglaubliche Musik, die darauf zu hören ist.

Voigt schaffte zwischen Ambient und Techno eine völlig neue Soundästhetik. Dunkel, schwer, und der Minimalwelle der letzten Jahre Meilen voraus. Wahrlich kein leichter und leicht zu goutierender Stoff, aber das ist Thomas Manns "Zauberberg" auch nicht. Vier Jahre nach der EFA-Pleite, die dafür sorgte, dass Mille Plateux, wo diese Alben ursprünglich erschienen sind, von der Bildfläche verschwand, veröffentlicht Voigt die vier Gas-Alben kompakt in der Box wieder.

Florian Schneider / Tonspion.de

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