Händel: Semele

Georg Friedrich Händel - Händel: Semele

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Barockmusik zum Träumen
G. F. Händel (1685-1759) war ein deutsch-englischer Barockkomponist, der es vor allem mit seinen 40 Opern und 25 Oratorien schon zu Lebzeiten zu europaweiter Bedeutung brachte. Ob seine "Semele" Oper oder Oratorium ist, daran scheiden sich die Geister.

Allesamt folgen Georg Friedrich Händels 46 Opern dem Schema des "Dramma per musica", einer sequentiellen Abfolge von Rezitativen, also Sprecherzählungen, und gesungenen Da-capo-Arien. Händel experimentierte mit Erweiterungen dieser Form, allerdings ohne sie jemals zu brechen. Stattdessen hörte er nach 1741 auf, Opern zu komponieren und konzentrierte sich stattdessen auf die Form des Oratoriums. Nur zwei seiner Oratorien, und zwar zwei der bedeutendsten, "Hercules" von 1744 und "Semele" aus dem Jahr davor, behandeln weltliche Themen.

Der Hauptunterschied zu einer Oper liegt bei "Semele" darin, dass das Werk nicht für eine szenische Aufführung konzipiert ist - obgleich das immer mal wieder versucht wurde. Der Hörer einer CD wird allerdings kaum einen Unterschied zu einer barocken Oper feststellen können - und damit hat er Recht, denn der schlußendliche Gattungstyp des Werkes ist und bleibt unter Musikwissenschaftlern umstritten. Händel selbst hat "Semele" seinerzeit angekündigt als "nach der Art eines Oratoriums" komponiert. Die Formulierung dürfte darauf hindeuten, dass er sich der zwitterhaften Natur seiner "Semele" durchaus bewußt war, ebenso wie die Tatsache, dass er im Autograph szenische Anweisungen niedergeschrieben hat, obgleich er selbst das Werk stets nur konzertant aufgeführt hat.

Unser Hörbeispiel, die lange, elegische Arie "Turn, hopeless lover", gehört nicht zur Titelpartie der Semele, sondern der Figur ihrer im tieferen Altsopran angelegten Schwester Ino, die tragischerweise den selben Prinzen liebt wie ihre Schwester. Die Arie zählt schlicht zu den schönsten, die die vokale Barockmusik hervorgebracht hat.

3 CDs, ca. 182 Minuten

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