Album

Love

Get Well Soon - Love

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Liebe ist ...

Get Well Soon versuchen sich mit "Love" an der Beschreibung des Unbeschreiblichen und legen ein Album vor, das so groß und schön ist, wie die Liebe selbst.

Ein Konzeptalbum über die Liebe. Schockschwerenot! Eine latente Angst macht sich breit, schließlich scheint die Gefahr des Pathos hier noch präsenter als es bei Get Well Soon ohnehin der Fall ist. Die Behauptung, Konstantin Gropper hätte diese Klippe weiträumig umschifft, wäre dann auch eine faustdicke Lüge: „Love“ hält immer wieder geradewegs drauf zu, genüßlich und ohne den Versuch zu bremsen.

Nicht weniger als der Dreh- und Angelpunkt menschlichen Schaffens durch alle Jahrhunderte, das ultimative Thema also, ist Gegenstand der vorliegenden Betrachtungen. Es wäre ein Leichtes gewesen, diese Aufgabe entweder sehr romantisch oder sehr zynisch anzugehen. Gropper jedoch tanzt relativ fehlerfrei und ungewohnt leichtfüßig durch dieses Mienenfeld und findet irgendwo in der Mitte seinen ganz eigenen Blickwinkel auf das Leben und die Liebe.

Für das neue Album wurde gründlich durchgelüftet. Die Songs wirken beschwingt und aufgeräumt, Gropper sang nie klarer und freier - „Love“ ist mehr Pop als jedes andere Get Well Soon-Album zuvor. Doch bei aller Leichtigkeit, der Ansatz ist weder verklärt noch übertrieben freundlich:

Popsongs, zumindest gelungene, in denen das Bekenntnis zur Urophilie ein Date ruiniert, dürfte es nicht allzu viele geben. Gleiches gilt für Metaphern wie Möwen-Scheiße auf neuen Segelschuhen oder ein teures Cartier-Feuerzeug made in Turkey, mit denen Gropper in „Eulogy“ die Illusion in der Liebe bebildert.

Von der Auflistung kleiner Andenken im fantastischen „It’s a Catalogue“ zur bitteren Zwischenbilanz eines einsamen Lebens im todtraurigen „33“; Gropper beschwört in seinen Geschichten die Fantasie so plastisch, als säße man im Kino.

Wie alle seine Alben ist auch dieses hier ein Soundtrack - dass es den Film dazu gar nicht gibt, ist Nebensache. Eine flotte Liebeskomödie wäre es aber natürlich allem Pop-Appeal zum Trotz auch diesmal nicht; auch auf „Love“ geht bisweilen die Welt unter, wenn schon nicht mehr als großes Ganzes, dann eben im Privaten.

All we have is Love, and with all our Love we’ll drown. „Ich kann wohl doch nicht aus meiner Haut“, sagt Gropper lächelnd. Es wäre auch ein Jammer.

 

Bild (Startseite): Hanna Käßbohrer

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Alben

The Scarlet Beast O'Seven Heads

Get Well Soon - The Scarlet Beast O'Seven Heads

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Tönerne Opulenz
Auf „Vexations“ folgt „The Scarlet Beast O' Seven Heads“ - Konstantin Gropper alias Get Well Soon wirft zum dritten Mal den Projektor an und lässt uns an seiner breitwandigen Musik teilhaben, die dem Kino manchmal näher steht als den Verwertungsmechanismen des Pop.
Vexations

Get Well Soon - Vexations

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Ein großes Ganzes
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