Didn't He Ramble

Glen Hansard - Didn't He Ramble

Label: 
Redaktionswertung: 
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herausragend
Mit sich im Reinen

Straßenmusiker, Oscargewinner, Kritikerliebling. Das lang erwartete zweite Album von Glen Hansard ist da. Und es fällt schwer nicht mit Superlativen um sich zu werfen.

Der flehende, beinahe leidende Optimismus in seiner Stimme lässt erahnen, dass dieser Mensch in seinem Leben schon so einige Kämpfe zu bestehen hatte. Sie erzählt davon hinzufallen, wieder aufzustehen und verdammt nochmal seinen Glauben an das Gute nicht zu verlieren, auch wenn du gerade alles, was dir heilig ist, verloren hast. Der beste Beweis, dass schon alles irgendwie gut werden wird, ist der Ire selbst.

Glen Hansard war Straßenmusiker. Größtmöglicher Folk-Idealismus trifft auf die nass-kalte Rohheit der Straße, die so etwas wie Empathie eher selten kennt. Einen Straßenmusiker spielte er auch in der Low-Budget Produktion "ONCE", für den er den Soundtrack beisteuerte. Das ist acht Jahre her. Heute ist Glen Hansard ein weltweit hoch geachteter Folkmusiker, der mit "Didn't He Ramble" seinen Zweitling in der Tasche hat.

Erste Singleauskopplung: Winning Streak

Ein viertel Jahrhundert ist Hansard mittlerweile mit der Musik in einsamer Zweisamkeit verwachsen. 25 Jahre, die ihn von ganz unten nach ganz oben gebracht haben. Auf "Didn't He Ramble" scheint es so, als ob er mit sich vollkommen im Reinen ist und nichts, weder gute noch schlechte Tage, missen will. Zufrieden mit dem, was er erreicht hat - u.a. ein Oscar für den Besten Song - zeigt sich Hansard so variabel, emotional und lyrisch, wie einst im ONCE-Soundtrack.

Musikalisch reiht er sich neben Van Morrison, Cohen und Springsteen ein. Dank Streichern und Bläsern schafft er nicht nur eine unverkennbare, wohlig-warme Atmosphäre, sondern zollt auch seiner irischen Herkunft Tribut. An befreundeten Gastmusikern mangelt es auf "Didn't He Ramble" nicht. Neben Sam Amidon gibt sich Iron & Wine's Sam Beam genauso die Ehre, wie der Berliner Trompeter Martin Wenk, der sonst bei Calexico für ordentlich Groove sorgt.

Der Start einer Weltkarriere: Falling Slowly aus ONCE

Diese ungefilterte Aufrichtigkeit in seinen Songs tut fast weh. Dabei ist es egal, ob er sich inbrünstig, wie in "Her Mercy", die Seele aus dem Leib schreit oder wie in "Paying My Way" zart und leise über die Fehler der Vergangenheit philosophiert. Jede einzelne Silbe ist er. Jede Einzelne ist das Ergebnis eines Lebens, dass immer auf Musik fokussiert gewesen ist.

Glen Hansard zeigt auf "Didn't He Ramble", wie einfach purste musikalische Schönheit sein kann. Und dass es die richtige, wenn auch nicht die vernünftigste Entscheidung seines Lebens war, mit 14 die Schule zu schmeißen, sich nach Dublin aufzumachen und als Straßenmusiker sein Glück zu versuchen.

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