In All Locations

Goodbye Fairbanks - In All Locations

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Der alte Emo-Hut

Eine Band aus Bern knüpft zweifelsfrei an eine Musikidee der Neunziger, den Emo aus Übersee, an: Gefühlvolles und Melodiöses schunkeln sich gegenseitig hoch und werden in die Neuzeit gehievt. Dabei geht leider aber eines flöten.

In den Neunzigern schwappte eine Musikbewegung aus den USA herüber, die viele Bands in hiesigen Gefilden beeinflußte: der Emorock- und pop, der aus dem Hardcore emporstieg und vor Gefühl nur so triefte. Da gab es wahrlich richtig gute Sachen, die selbstverständlich auch für hiesige Bandgründungen und -karrieren Pate standen. Nun, viele Jahre später, bekommt man aus Bern ein paar Töne aus jener Zeit vorgespielt.

Natürlich ist es nicht das Schlechteste, sich an gute alte Zeiten zu halten. Wenn man das tut, sollte man aber darauf achten, das Aufgesogene zumindest ansatzweise mit einer eigenen Note zu versehen. In diesem Fall hat das leider nicht geklappt, denn jedes Jimmy Eat World-Fettnäpfchen oder jeder Promise Ring-Kalauer wird hier Volley genommen. Auch dort, wo man sich an die dahingeschiedenen und dem Emo stets wohlgesonnenen Pale zurückerinnert fühlt, erscheint hier alles zu gewollt, zu konstruiert und fern von jeglicher Gefühlswahrhaftigkeit. Damals wäre es bestenfalls interessant gewesen. Heute, Goodbye Fairbanks, fehlt leider (noch) das Gespür für das Gefühl.

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