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Protektor

Grand Griffon - Protektor

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Redaktionswertung: 
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mittelmäßig
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sehr schön
herausragend
Tiraden, Monologe, Rufgesang

Seit einiger Zeit fliegt die norddeutsche Hardcore-Wuchtbrumme Escapado in neuer Besetzung durch die Nebel. Doch auch ihre ehemalige Stimme und ihr ehemaliges Untenrum haben ein neues Projekt gezüchtet: Sehr geehrte Punks, begrüßen Sie Grand Griffon.

Schon um die Zeit des Ausstiegs bei Escapado herum fanden Sänger Helge Jensen und Bassist Gunnar Vosgröne ein neues musikalisches Gefährt, mussten sich dann aber nach schnellem Start doch von ihrer Exband und ihrem neuen, kompromissfrei bölkenden Album überholen lassen. Nun ist "Protektor", das Langspieldebüt der Neuen, jedoch fertig: Verzweifelter Punkrock, der sich den Vergleich verbittet, Tiraden, Monologe, ungehaltener Rufgesang.

Frohen Mutes gehen Grand Griffon in die Insichkehre, getragen von schlicht-schön-schneller Gitarrenmusik. Hier wird ein Lied eher gespielt als gebaut, hier stößt instrumentales Ungestüm den lyrischen Nachdenker durch ein Themenarsenal voll Weltschmerz, Hass, Scheißangst, Mitleid, Liebe, Enttäuschung, Selbstaufgabe, Selbstbehauptung, Arroganz - voll mit all den Dingen halt, die irgendwie und irgendwas bewegen.

Und dann die Stürme, die Ausbrüche, die Auslegungssachen. Immer wieder einmal klingt "Protektor" dann doch wie ein der Exband hingeworfener Handschuh, spielen Trennungen, Rückblicke, Wehmut große Rollen. Doch "Protektor" versinkt nicht in kleinmütigem Gekabbel, sondern baut sich in seiner introvertiert beschrieenen Bilderschwere zum allgemeingültigen Text- und Krachwerk auf. Eine Trennung ist eine Trennung, ein Weitergehen ein Weitergehen, und all das hier lässt sich letztlich auf vieles, vieles anwenden. Aufs eigene Leben? Na aber bittesehr!

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