Haim

HAIM (Pressebild Universal)

Die drei Haim-Schwestern aus Los Angeles kamen auf Anhieb mit ihrem Debütalbum ganz oben im Popbusiness an. Dass Este, Danielle und Alana mit Radiomusik aufgewachsen sind, hört man dabei jeder einzelnen Note an.

Ihr Vater ist Israeli, dort Fußballer und wanderte irgendwann in die USA aus. Sein Name wird aber nicht aufgrund seiner sportlichen Leistungen in die Geschichte eingehen, sondern eher wegen den drei Töchtern, die er und seine Frau in die Welt setzten.

Este, Danielle und Alana hatten ihre ersten Berührungspunkte alle erst mit einem schrammeligen Schlagzeug, dasss ihr Vater ihnen kaufte. Rhythmus ging über alles, alle sattelten später dann auf die Gitarre um, behielten es sich aber vor, auch diese Instrumente wie Rhythmusinstrumente zu spielen. Geschlagen wird da selten. Zupfen und Fingerpicking, alles schön im Beat und dazu ein starker Harmoniegesang, gepaart mit dem ganz großen Können radiotaugliche Melodien zu kreieren, die weder trivial noch einfallslos sind. 

Ihr Debütalbum "Days Are Gone" war ein Riesenerfolg, bei dem aus jeder Pore der Einfluss von Fleetwood Mac oder Hall'n'Oates heraussickerte. Das ist auch auf "Something To Tell You" nicht anders. Großes Popcorn-Kino!

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Album

Haim - Something To Tell You
Album der Woche

Haim - Something To Tell You

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Mit ihrem Debütalbum katapultierten sie sich die oberste Liga des Pop. Mit dem Erfolg wächst aber auch der Druck: Können die Haim-Schwestern auf ihrem Nachfolger entsprechend nachlegen?

Pop ist und war schon immer auch zum Teil Eskapismus. Für die Spanne von 30 bis 50 Minuten lassen sich die teils bedrohlich wirkenden Absonderlichkeiten dieser Welt auf "Off" schalten, eine Facette, die neben der des politisch motivierten Pops ebenfalls seine Daseinsberechtigung haben muss.

"Something To Tell You" - dem Titel zugrundeliegend könnte man vermuten Haim ginge es auf Album Nummer zwei um große Botschaften. Das ist so weit weg wie die Erde vom Weltfrieden. Arg tragisch ist das keineswegs (also das mit Haim), denn: Die L.A.-Schwestern zeigen uns mal wieder mit großer Geste, wie ein Jeder die aus den Fugen geratene Welt für ein paar Minuten vergessen machen kann.

"The Wire", "Falling", "Forever" - das Debüt "Days Are Gone" hält noch immer eine umfangreiche Palette an Hits bereit. In dieser Fülle findet man die auf "Something To Tell You" nicht mehr. Und trotz noch immer unüberhörbarem Faible für Fleetwood Mac'sche Harmonien,  der funky Lockerheit von Hall & Oates, haben Haim hier kein zweites erstes Album, keine Kopie ihrer selbst, auf Platte gebannt. 

Este, Danielle und Alana experimentieren mit fast schon fragil wirkenden, sehr dezenten Synthieflächen, mit spärlichem Electronica-Einfluss und bewegen sich dabei zum einen mit dem momentanen Zeitgeist. Zum anderen stecken sie ihre Zehen damit behutsam und sachte in neue, für sie unbekannte, Gewässser.

Das am besten hörbare Ergebnis, eines der Highlights, wenn nicht sogar Kernstück des Albums, ist der Titelsong zum Album: "Something To Tell You". Kein Hit, kein Radiomonster, einfach nur ein richtig guter, zeitgenössischer Popsong mit viel Liebe zum Detail und zu produktionstechnischen Feinheiten. Dass sie aber trotz dessen noch eine Hitmaschine sind, beweist "Want You Back" nur zu deutlich.

Warum die Band in Deutschland nie so wirklich angekommen ist, erschließt sich nur schwer. Haim schreiben Lieder für die Radiorotationen dieser Welt, aber nie mit Hilfe der Brechstange, niemals "auf Teufel komm raus" mit dem immer gleichen, sich wiederholendem Erfolgskonzept.

Das Trio macht die Musik mit der es aufgewachsen ist, seine ganz eigene, sich in Nuancen wandelnde, Variante dieser. Das ist löblich bedenkt man, dass die Schwestern, hätten sie einfach alles nochmal so wie damals gemacht, wohlmöglich ebenso erfolgreich gewesen wären und so ihren Status in der Popbundesliga gefestigt hätten. 

Verlosung

Wir haben zwei Vinylexemplare von "Something To Tell You" für euch. Sagt uns unter dem Betreff "Ansage" (Betreff: Verlosung) einfach das, was ihr uns schon immer sagen wolltet, was auch immer das sein mag. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 12. Juli 2017. Die Adresse erfragen wir, nachdem wir uns bei den beiden Gewinner/Innen gemeldet haben. Viel Glück.

Download & Stream: 

Alben

Days Are Gone

Haim - Days Are Gone

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Sunset Boulevard Radio
Der Name Mordechai Haim wird selbst den größten Fußballexperten nur wenig sagen. Für den Spieler aus Israel reichte es auch nur für eine bescheidene Karriere. Immerhin führte sie ihn aus Jaffa nach L.A., zum Verein Maccabi Los Angeles.
Forever EP

Haim - Forever EP

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Sister Act
Geprägt von den Folkrock- und Americana-LPs ihrer Eltern, haben Haim auch eine Vorliebe für zeitgenössischen R&B. Wie verblüffend gut sich beides miteinander verbinden lässt, zeigen sie uns mit "Forever". Im November 2012 kommen Haim zum ersten Mal nach Deutschland auf Tour.

News

HAIM - Right Now (Bild: Video / Youtube)

HAIM kündigen neues Album "Something To Tell You" an

Die Band meldet sich "Right Now" zurück!
Nach ihrem Erfolgsalbum aus dem Jahr 2013 wurde es für lange Zeit still um HAIM. Nun veröffentlichen die drei Schwestern aus Los Angeles ihr lang erwartetes zweites Studioalbum. Eine erste Hörprobe samt Video gibt es bereits. 
Videopremiere: Haim - My Song 5

Videopremiere: Haim - My Song 5

Neues Video von Haim mit Star-Besetzung
Haim haben den ungewöhnlichsten Song ihres letzten Albums "Days Are Gone" als Single ausgekoppelt und ein Video gedreht. In Gastrollen zu sehen: Ezra Koenig, Grimes und Kesha.

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