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Parts And Accessories

Hanalei - Parts And Accessories

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Lagerfeuer statt Laptop

Irgendwie finden mit zunehmendem Alter ehemals harte Jungs zur Countrymusik. Klingt die etwas moderner als Johnny Cash nennt man das Americana.

Ein schönes Beispiel für diese These ist Brian Moss, der federführend hinter dem Projekt Hanalei steckt. Hardcore war die erste Liebe des jungen Musikers. Bis 2003 war der Mann aus Chicago mit seiner Hardcore-Band The Ghost unterwegs. Ganze fünf Jahre lang tourte er über den halben Globus, fand eine kleine, aber fanatische Fan-Schar und hatte doch irgendwann die Nase voll. Richtungsänderung, Stilwechsel waren angesagt. Er nimmt zunächst in Chris Carr`s Apartment die EP "Hurricane We" auf, die die neue Richtung vorgibt. Auf seinem ein Jahr später folgenden Solo-Debüt "We`re All Natural Desasters" zelebrierte er in Perfektion plukkerndem Laptop-Folk. Das klang nach den Shins oder Postal Service oder ganz knapp: Großartig! Leider hat das in Europa kaum jemand mitbekommen. Mit "Parts And Accessories" erscheint nun der Nachfolger und natürlich hat sich der rastlose, suchende Brian Moss wieder etwas neues ausgedacht. Die Elektronik tritt auf diesem Album deutlich in den Hintergrund, dennoch sind Ähnlichkeiten zum Vorgänger nicht von der Hand zu weisen. Moss bleibt ein begnadeter Songwriter. Diesmal halt Alternative-Country statt Laptop-Folk! Warum auch nicht? Wunderschön bleiben die Songs des Brian Moss so oder so. In besten Momenten erinnert er auf dieser Platte an Genregrößen wie Lambchop oder die wunderbaren Weakerthans, wenn die das Tempo rausnehmen. Wo es früher munter elektronisch gluckste kommen heute Banjo, Cello oder Pedal Steel Gitarre zum Einsatz. Wer nun doch der Elektronik ein wenig nachtrauert, dem sei gesagt: Rettung naht. Brian Moss arbeitet bereits an Remixen zu "Parts And Accessories", die hoffentlich auch ihren Weg in deutsche Plattenläden finden. (cw)

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