Deutsche Sinfonie op. 50

Hanns Eisler - Deutsche Sinfonie op. 50

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Hanns Eislers opus magnum, an dem der Komponist 12 Jahre, von 1935-1947, arbeitete. Hier mischen sich eine gewaltige, halb moderne, halb spätromantische Tonsprache und das Erbe der klassischen Oratorien mit den Arbeiterchören Bert Brechts.

Zusammen mit Bert Brecht hatte Eisler vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus bereits viele sozialistisch-agitatorische Werke konzipiert. Bis auf wenige Ausnahmen stammen auch alle Texte der "Deutschen Sinfonie" aus dem 1934 von Eilser und Brecht in Paris publizierten Band "Lieder, Gedichte, Chöre".

Das ganze Werk ist als die höchst schwierige Reaktion Eislers auf die veränderten Bedingungen nach 1933 zu verstehen. Ebenso wie Brecht befand er sich in der Emigration und die Avantgarde drohte im deutschsprachigen Raum vom Faschismus ins Nichts gedrängt zu werden. Es galt, einen weiteren Atem als früher zu finden, jetzt, da man nicht mehr nur gegen gemäßigte Sozialdemokraten anzugehen wollte. Vielmehr suchte Eisler als politisch motivierter Künstler nach einem musikalischen Medium, das die Kräfte des geistigen Widerstands einen und auch tragen konnte.

Um dies zu erreichen nutzte der Komponist jedes ihm zur Verfügung stehende musikalische Mittel. Pur atonale Klänge stehen in der "Deutschen Sinfonie" neben einer Tonsprache, die an Mahler erinnert. Die Musik suggeriert das Grauen, aber manchmal auch Hoffnung. Machtvolle Chöre, deren Titel in beide Richtungen schon ganz deutlich werden ("An die Kämpfer in den Konzentrationslagern", "Erinnerung: In Potsdam unter den Eichen"), beschwören Stimmungen, die den Hörer mitreißen sollen.

Die Umsetzung dieses Programms nahm Eisler so in Anspruch, daß die Sinfonie erst weit nach dem Krieg vollendet wurde. Da aber die finalen Argumente Eislers und Brechts Kapitalismus und Faschismus gleichsetzen, hatte sie dadurch nicht viel von ihrer Aktualität eingebüßt. Im Hörbeispiel erklingt die orchestrale Einleitung dieses Monumentalwerkes.

1 CD, ca. 62 Minuten

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