Album

Decadence

Head Automatica - Decadence

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Electronic Cock-Rock auf Hochglanz poliert

Nachdem Dan "The Automator" Nakamura seinen Job als Produzent der Gorillaz hinschmiss, widmete sich der Workaholic zahlreichen neuen Projekten. Eines davon: Head Automatica.

Und dort zeigt er eine ganz andere Seite als sonst. Weder elektronische Popmusik noch HipHop, sondern fast schon ignorant straighten "Cock-Rock" spielt das New Yorker Quintett um Glassjaw-Sänger Daryl Palumbo. Das Ergebnis klingt also weit weniger spannend als die Konstellation vermuten lassen könnte, dafür dürften die positive Energie und die ungestüme Leidenschaft der Band wesentlich mehr Anhänger bringen als jeder überamitionierte Crossover-Versuch. Nakamura beschränkt sich darauf, den dreckigen Punkrock der Band ordentlich aufzupolieren und für die Rockdisco zum Glitzern zu bringen. Was ihm bestens gelingt. Ihre Debütsingle "Beating Heart Baby" bietet die Band zum Reinschmecken gleich kostenlos auf der Webseite an. Das wäre eigentlich soweit nichts Besonderes im Jahr 2005, schließlich kann man das von jeder halbwegs vernünftigen Band erwarten, die gerne bekannt werden möchte und eine Webseite im Netz hat. Wären Head Automatica nicht bei Warner Music unter Vertrag, also bei einer Majorfirma, die bisher das Format MP3 so erfolglos wie überflüssig versuchte verbieten zu lassen. In den USA scheint man das inzwischen nicht mehr so verbohrt zu sehen und das lässt hoffen, dass es bald statt um Policy wieder um Musik geht bei den Majors. (ur)

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