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Leave Me Alone

Hinds - Leave Me Alone

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Charmante Fehler

Hinds feiern auf ihrem Debüt "Leave Me Alone" das Unperfekte. Und werden dafür weltweit bejubelt. Zurecht?!

Spanien ist jetzt nicht gerade für seine einschlagenden Indie-Rock-Exporte bekannt. Vier Damen aus Madrid machen sich jetzt auf, dieses Image mal gehörig glatt zu bügeln. Mit "San Diego", "Bamboo", "Chili Town" und "Garden" veröffentlichten Hinds vorab bereits vier Tracks vom Debütalbum "Leave Me Alone".

Hinds erinnern ein wenig an Sleater Kinney oder Best Coast, aber eigentlich haben Carlotta Cosials, Ana García Perrote, Ade Martín und Amber Grimbergen solche Vergleiche nicht nötig. Und das nicht etwa, weil sie von ihren Skills her positiv herausstechen würden. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Irgendwie schaffen es die vier, fehlende Rhythmik, den unsauberen und zeitweise anstrengenden Gesang und sich wiederholende Songstrukturen auf charmante Art zu verpacken. Klar, die Songs ähneln sich: Schrammelgitarren, treibende Drums und dazu clevere, authentische Texte - zweistimmig gesungen - wie man sie sich von Leuten anfang bzw. mitte Zwanzig wünscht und erwartet. Doch beim Hören von "Leave Me Alone" schaut man dann doch gern über solche Fehler hinweg, fängt sogar an genau diese Facette der Platte ins Herz zu schließen.

Oder ist das gerade das Konzept? Dann wäre dieser Mix aus Garage-Rock und Lo-Fi-Sound mit ganz eigenen sympathisch-lockeren Wohlfühlcharakter großes Kino. Aber nein, für Konformität, Konzepte oder klassische Standards haben die vier sicherlich wenig übrig.

Angefangen, wie hier im Video zu "Bamboo" zu sehen, hat alles als Duo namens Deers. Ob und wie ernsthaft die mittlerweile vier Freundinnen das ganze Projekt Indie-Rock Band sehen, wissen wir nicht. Wahrscheinlich dürfte sie ihr Erfolg genauso überrascht haben wie uns. Wir wissen aber, dass es eine Menge Spaß macht, ihnen bei dem was sie tun zuschauen zu können.

"Leave Me Alone" - Lass mich allein. So der Name des Debütalbums von Hinds. Wenn die Message wirklich ernst gemeint wäre, hätten sie wohl besser nicht solch ansteckenden, sympathisch-unperfekten Schrammelrock auf ein ganzes Album gezaubert.

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Ein Fest für jeden Booking-Menschen, der clever genug war, sie frühzeitig auf den eigenen Konzertplan zu holen. Ausverkaufte Shows in den USA, Großbritannien und Europa sind wohl ein unmissverständliches Zeichen für die Erfolgswelle auf der sich die Spanierinnen gerade befinden.

Hinds kommen mit eigener Headliner-Tour nach Deutschland:

15.01. Berlin - Lido
16.01. Hamburg - Molotow
17.01. Frankfurt - Zoom
26.01. München - Milla

Download & Stream: 

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