Album

Outside Closer

Hood - Outside Closer

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Euphorisch is the new sad

Dass es ein Leben nach "Quiet is the new loud" geben kann, das deutete das englische Quartett um die Gebrüder Adams bereits mit seiner EP "The Lost You" an. Deren absolut umwerfendes Titelstück gibt es hier.

Die Geschichte Hoods ist eine des Abtauchens. Schon in visueller Hinsicht: die Fotogalerien auf der Band-Homepage etwa rekonstruieren die Entwicklung der optischen Vermittlung weg von traditionellen Porträts hin zu zusehends abstrahierten Foto-Shoots, auf denen die Mitglieder oft nur noch als Schemen (oder gar nicht mehr) wahrzunehmen sind. Auf dem Weg zur Invisible Band entziehen sich die vier Jungs aus Leeds auch auf ihren Plattencovern und in ihren Videos immer konsequenter einer konkreten Darstellung. Der Gedanke des Abtauchens spinnt sich aber auch auf der musikalischen Ebene konsequent weiter. Da mag die Band in der Presseinfo zum aktuellen Album "Outside Closer" noch so sehr von einem neu entdeckten Pop-Verständnis träumen: die Musik spricht eine andere Sprache. Denn wie schon auf den Vorgängeralben gefallen sich Hood im kunstfertigen Montieren von Folkbeschaulichkeit und fragilem Electronic-Knattern, Gemütszustand: happy-sad, heiter-melancholisch. Abtauchen und wegdriften. Nabelschau-Business as usual. Und dann ist da mittendrin eine Nummer, die so überaus anders und dabei auch originärer ist als der Rest: "The Lost You". Bereits vergangenes Jahr als Albumvorbote vorausgeschickt, wird hier all das eingelöst, was sonst nur angedeutet bleiben muss. Über Beat-Gestotter und Cut-Up-Stimmen der Marke Prefuse 73 zaubern die sonstigen Patent-Trauerklöße ein hymnisches Stück Pop-Versprechen, das wilde zappelt, rockt und pulsiert und dabei doch angenehm wehmütig bleibt. Dass dies mitnichten ein Widerspruch sein muss, lässt sich mit einigen Mouse-Klicks nachprüfen. (cp)

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