Hearts

I Break Horses - Hearts

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Gefühlvolle Uneindeutigkeiten

"I break horses", sang Bill Callahan einst, "I don't tend to them". Das schwedische Duo I Break Horses, Maria Lindén und Fredrik Balck, gibt sich auf seinem Debütalbum schon im Titel weniger herzlos. Ihr introvertierter Elektropop ist kühl, nicht kalt, und eher Eisblume als Eisklotz.

Maria Lindén und Fredrik Balck sind ein angenehm ungewohntes Elektropopduo. Hier ist es einmal nicht das klassische Produzent-trifft-Sirene-Modell - statt dessen schreibt und Produziert Lindén die Musik und Balck schreibt die Texte, die dann wiederum von Lindén gesungen werden. Diese Art der Arbeitsteilung ist nicht zuletzt deswegen so originell, weil es "Hearts" offenbar nicht in erster Linie um Texte geht.

Oft genug nämlich verschwindet Lindéns Gesang nämlich fast im Rauschen der Klangschichten. Ihr klarer Gesang wird zu einem weiteren Instrument, ihre Worte zu Klangfarben, tief eingebettet in verwobene Synthesizerfiguren, Effektgitarren, Endloshall und Puckerbässe. Dem Albumtitel getreu ist es oft die Bassdrum, die diesen wabernden Klängen Richtung und Anstoß gibt. Das ist Stimmungsmusik, voller gefühlvoller Uneindeutigkeiten.

Beginnt "Hearts" zunächst noch mit zwei verzerrersatten, flatterhaften My-Bloody-Valentine-Nachbauten mit Fuck-Buttons-Orgel, beruhigt sich das Debüt der Band danach direkt wieder. "Hearts" wird nach diesen waghalsigen Schönheit-durch-Lärm-Stücken dann schlicht ein vielschichtiges, zurückhaltendes Stück Popmusik, so angenehm kühl wie ein Winterfenster an der Stirn, und augenblickweise auch ähnlich erlösend.

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