Strawinsky: Le Sacre du printemps

Igor Strawinsky - Strawinsky: Le Sacre du printemps

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Expressive Musik für heidnische Rituale
Igor Strawinskys Ballet-Meisterwerk beschreibt musikalisch einen heidnischen Frühlingsritus, den Todestanz eines Mädchens, das geopfert wird, um den Winter zu vertreiben. Große Musik, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ein unerhörter Skandal war.

Die Uraufführung von Igor Strawiniskys Musik zu "Le sacre du printemps" (dt. "Die Frühlingsweihe"), eines Ballets des bis heute legendären Choreographen Vaslav Nijinski, geriet am 23. Mai 1913 in Paris zu einem der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Das Publikum reagierte brüskiert, sowohl Strawinskys Musik wie auch die mit sexuellen Suggestionen und Gesten gespickte Choreographie Nijinskis betreffend. Die negativ aufgeheizte Stimmung im Théâtre des Champs-Élisées konnte seinerzeit nur durch eine wüste Massenschlägerei gelöst werden.

Für heutige Ohren, für jemanden, der sich schonmal durch Werke von Boulez oder Stockhausen gekämpft hat, ist diese heftige Reaktion überhaupt nicht nachzuvollziehen, aber man versuche, sich in ein Publikum hineinzuversetzen, das nicht im mindesten an Reizüberflutungen wie sie für uns heute normal sind, gewöhnt war, und zum ersten Mal expressionistische Musik hört.

Das nämlich war Strawijnskys Revolution: Als einer der ersten, wenn nicht als erster Komponist überhaupt wendete er Stilmittel des Expressionismus wie non-kohärente Sprünge, krasse Dissonanzen und dissoziative Strukturen auf die Orchestermusik an. Vor "Sacre" waren die impressionistischen Klangwelten Ravels und Debussys ungefähr das Heftigste, was der gebildete Pariser bis dahin auf die Ohren bekommen hatte. Igor Strawinskys extrem farbenreiches, aufregendes Meisterwerk ist immer noch einer der Gradmesser für die Virtuosität eines Orchesters und ist als eine der einflußreichsten Kompositionen aller Zeiten in die Geschichte der Musik eingegangen. Im Hörbeispiel: Das Finale, der "Danse sacrale".

1 CD, ca. 57 Minuten

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