Das Artwork von "Moment" von Ira Atari

Ira Atari - Moment

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Momentaufnahme

Ira Atari sind nach ihrer "Heroes"-EP eine der Hoffnungen darauf, dass Popmusik aus Deutschland auch international relevant sein könnte. Jetzt ist ihr Debütalbum erschienen.

    Free Download: Ira Atari - "Sleep" (Klick auf den Pfeil)

    Ursprünglich startete Ira ihre Karriere 2008 allein und veröffentlichte 2011 ihr Solo-Debüt “Shift” beim Hamburger Indielabel Audiolith. 2012 ist aus dem musikalischen Alleingang durch den Einstieg des Drummers Bernhard Raser ein Duo geworden. Und dieses Duo belebte vor drei Jahren mit dem Release der “Heroes”-EP zunächst unseren Glauben an deutschen Elektro-Pop wieder und schickt ihn mit dem neuen Album nun sogar noch in die Reha.

     

    Wäre man böswillig, könnte man viele der neuen Songs vielleicht als “sichere Nummer” bezeichnen. Die Produktion ist vergleichsweise glatt, die Beats und Synthies leisten sich keine großen Ausreißer oder Spielereien und die Melodieführung ist mehr oder minder vorhersehbar. Zugegeben, die Platte ist nicht gerade das, was man als eine wilde Fahrt bezeichnen würde. Darüber könnten wir uns jetzt sicher beschweren. Die Frage wäre nur: Warum? 

    Ira Atari machen Popmusik. Schon immer. Und “Moment” ist genau das, was sie beabsichtigten: Pop in seiner reinsten Form. Der feine Unterschied, dem zu verdanken ist, dass “Moment” nicht im süsslich-pampigen Einheitsbrei der hiesigen Elektro-Pop-Szene untergeht, sind wohl die Sounds, die auf der Platte zu hören sind.

    Das Duo verzichtet fast komplett auf die zur Zeit so angesagten, anbiedernden Claps mit jeder Menge Hall oder dramatische Drops, die dem Hörer unmissverständlich sagen: Jetzt tanzen bitte! Stattdessen fädeln sie zwischen die etwas Retro angehauchten und unaufgeregten Synthies ein – und jetzt kommt’s – echtes Schlagzeug und andere Klänge aus der realen Welt.

    Außerdem: Wo instrumental eher eine übersichtliche Vielfalt herrscht, ist textlich jede Menge Spielraum. Und den nutzt Ira voll aus. Von Depressionen (“Sad Girl”) über Liebe (“Thinking of you”) zum Anti-Prokrastinationssong (“Monday”) deckt sie lyrisch alles zwischen tiefer Melancholie und jauchzender Euphorie ab. Eingewickelt in die Beats und Arrangements, die all die Extreme wieder auf ein angenehm durchhörbares Mittelmaß herunter dimmen.

    “You got to run on Mondays. You got to fall. You got to stand up. You got to make a change. As long as you run, all is okay”

    Und ist es nicht das, was wir alle von guter Popmusik wollen? Ein Album, in das man sich nach einem stressigen Tag einfach mal kurz fallen lassen kann? Oder zu dem man beim Abwaschen verhalten durch die Küche tanzt? So ganz ohne übertriebene künstlerische Ansprüche auf Exklusivität und Innovation, sondern einfach der Gefälligkeit wegen? 

    Eben.

    “Moment” erscheint am 26.08.2016 auf Audiolith.

    Tourdaten:

    • 03.11.2016 Leipzig - Werk2
    • 04.11.2016 München - Kiste München
    • 10.11.2016 Hamburg - Hafenklang
    • 11.11.2016 Osnabrück - Zucker
    • 12.11.2016 Kassel - Goldgrube
    • 17.11.2016 Berlin - Musik&Frieden
    • 18.11.2016 Bremen - Lila Eule
    • 19.11.2016 Jena - Kassablanca
    • 23.11.2016 Dresden - Ostpol
    • 24.11.2016 Köln - Gebäude 9
    • 25.11.2016 Wiesbaden - Kulturpalast
    Download & Stream: 

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