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Forty-Five

Iriepathie - Forty-Five

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Mit Herz und Hingabe

Popkomm 2007, ein Empfang in der österreichischen Botschaft. Alle geiern auf die Eröffnung des Büffets und haben kaum ein Ohr für die musikalische Untermalung. Somit haben sie etwas verpasst, denn keine fünf Meter weiter künden Iriepathie mit großer Hingabe von ihrer Liebe.

Reggae hat es den Brüdern Professa und Syrix angetan. Kein Wunder, haben die beiden Glücklichen doch Verwandtschaft auf Jamaika und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die beiden auf den richtigen Weg finden. "Forty-Five" ist ihr zweites Album und wird in unserem Nachbarland mit Majorpower unter die Leute gebracht. In Deutschland gehören Iriepathie allerdings immer noch ins Fach "Nischenmusik".

 

Abgesehen von Seeed sucht man deutschsprachigen Reggae und Dancehall nach wie vor vergebens in den Hitlisten. Musikalisch ist der Reggae aus D, A, CH längst international auf Augenhöhe, textlich bewegt man sich immer noch auf niedrigem Niveau und verhandelt ein Spektrum naiver Forderungen, die man mit ein bisschen halbgarer Religiosität anreichert, und zuletzt glaubte als man noch regelmäßig Gast beim Antifa-Frühstück im selbst verwalteten Jugendzentrum war. Iriepathie machen dieses Manko aber durch ihre Hingabe locker weg. So selbstvergessen klingt Sänger Professa, dass man gerne darüber hinweg sieht, was er da an Plattitüden von sich gibt, oder sie ihm letztendlich doch abnimmt. Hauptsache der Vibe stimmt. Und der stimmt hier definitiv.

 

Florian Schneider / Tonspion.de

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