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True Reflections ...a new beginning

Jah Cure - True Reflections ...a new beginning

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Reggae-Ambivalenz

Acht Jahre Haft hat Jah Cure hinter sich. 1999 war er zu 15 Jahren Gefängnis wegen Waffenbesitzes, Vergewaltigung und Raub verurteilt worden. Bis heute beteuert er seine Unschuld, wurde angeblich lediglich aufgrund der Aussage seines Opfers verurteilt.

Diese Lebensgeschichte macht Jah Cure zu einem der ambivalentesten Charaktere der Reggae-Szene Jamaikas und in seiner Ambivalenz liegt ein Teil seines Erfolgs begründet. Hier die Stilisierung als zu unrecht Verurteiler, als Opfer eines Rechtssystem, das von Willkür gekennzeichnet ist. Einem Märtyrer, dem die Musik die Kraft und das Durchhaltevermögen gibt, acht Jahre hinter Gittern zu verbringen. Dort der rechtskräftig wegen wegen schwerer Verbrechen Verurteilte, bei dem die Unschuldsvermutung nicht mehr greift.

Trotz Verwahrung hinter Gittern konnte Jah Cure in seiner Zeit im Gefängnis mehrere Alben veröffentlicht. Auf "True Reflections", dem ersten Album nach seiner Entlassung Mitte des Jahres, sind noch zwei Tracks enthalten, zu denen Jah Cure die Lyrics hinter Gittern eingesungen hat. Musikalisch mags Jah Cure traditionell: One-Drop-Riddims, aufbauende Lyrics und eine leicht angekratzte Stimme, die sein ganzes, subjektiv empfundenes Elend schultert. Bei aller Aufrichtigkeit von Jah Cure brauchen seine "True Refelctions" einige Durchgänge, weil es moralische Bedenken zu überwinden gilt.

Florian Schneider / Tonspion.de

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