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Die Seilschaft der Verflixten

JaKönigJa - Die Seilschaft der Verflixten

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Diese verflixte Kunst

"Kann man denn davon leben?" fragen JaKönigJa ganz zum Schluss und natürlich kennen sie die Antwort darauf ganz genau. Das Dasein als Künstler bleibt prekär, dafür ist die Aussicht auf der Balustrade der Kunst unverbaut. Gedanken zur "Seilschaft der Verflixten".

"Sperrig". Mit diesem Wort entledigt man sich aller Probleme, die "Die Seilschaft der Verflixten" zunächst einmal aufwirft. Als "sperrig" bezeichnet man als Musikjournalist gerne alles, was anstrengend und die Auseinandersetzung fordern würde, und hat spätestens in dem Moment, in dem das Wort fällt, die werte Leserschaft davon gejagt.

Also gilt es dran zu bleiben, nicht nachzugeben und sich auf JaKönigJa einzulassen. Die musikalische Oberfläche jedenfalls ist einladend, gut ausgepolstert, klar und zeugt von ebenso viel Virtuosität wie Verständnis für die großen Popzusammenhänge. Da hat Mense Reents (Egoexpress) als Spiritus Rector, der im Hintergrund die Produktionsfäden zieht, ganze Arbeit geleistet.

Wirklich herausfordernd wird die Auseinandersetzung mit dieser Platte, wenn man sich den Texten von Ebba Durstewitz widmet. Assoziativ und eigenwillig im Duktus bleibt Ebba Durstewitz bis zum Ende "eine fremde Person", obwohl sie permanent ihre eigene Situation als Kunstschaffende reflektiert und kommentiert. Irgendwie passend, dass sie vor kurzem die Seiten gewechselt hat und in Hamburg eine eigene Galerie betreibt. Ohne Brüche geht eben nichts in der künstlichen Welt von Ebba.

Florian Schneider / Tonspion.de

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