L.A. Confidential

James Ellroy - L.A. Confidential

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Einer der besten -und härtesten- Romane der Kriminalliteratur
LA, die Stadt der Engel, in den Fünfzigern: In einer Bar hat es ein Massaker gegeben, sechs Tote, keine Zeugen, und in den billigen Absteigen geht ein Serienkiller um, der Huren quält und ermordet und womöglich mit dem Killer in der Bar identisch ist.

Bud White, Jack Vincennes, Ed Exley vom L.A. Police Department: Sie könnten nicht verschiedener sein, als die Ermittlungen zum Night-Owl-Massaker sie ins selbe Boot zwingen: Exley ist ein brillanter und kühl kalkulierender Emporkömmling, Vincennes der lässige Glamourbulle, der es in einer Fernsehserie zur Berühmtheit gebracht hat, und White ein brutaler Hitzkopf, der letztenendes, aber wirklich erst letztenendes, das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Es gibt auch Gemeinsamkeiten: Alle drei haben Leichen im Keller, alle drei quälen sich mit ihrer Schuld und jeder von ihnen wandelt hart an der Grenze zum Psychotischen, obwohl sie brillante Bullen sind. Der Aufeinanderprall im Laufe der Ermittlungen muß in die Katastrophe führen und tut es auch. Doch nach und nach deckt das Trio Hintergründe auf, die unfaßbar scheinen und die "Stadt der Engel" als Stadt der Teufel entlarven. Der extreme Zynismus der dabei angewandten Ermittlungsmethoden wird im Hörbeispiel deutlich.

Dieser Roman diente als Vorlage zum legendären Film mit Kevin Spacey, Russell Crowe und Kim Basinger. Lange galt er aufgrund seiner komplexen Erzählstruktur als unverfilmbar, weil Ellroy hier mehrere Kriminalfälle und Erzählstränge ineinander verwoben hat. So brillant der Film auch ist, die Drehbuchautoren mußten die Schere ansetzten, der beispielsweise der komplette Serienkiller-Plot zum Opfer fiel. L.A. Confidential in seiner ganzen dunklen Pracht vorgetragen gibts also nur hier!

James Ellroy, geboren 1948 in Los Angeles, hat über ein Dutzend Kriminalromane veröffentlicht und genießt weltweit Kultstatus. Wenn man jemals nach Dostojewski schwarz auf weiß einer fast krankhaft massiven Intelligenz beim Amoklauf zusehen konnte, dann in Ellroys Büchern, deren Gewalt oft die Grenze des Erträglichen kratzt. Nach eigener Aussage verbringt der Autor sein schreibendes Leben mit dem Versuch, sein Kindheitstrauma selbst zu therapieren: Er hat mitangesehen, wie seine Mutter ermordet wurde. Entsprechend düster und gnadenlos sind seine Welten, aber dank eines IQs von über 170 auch entsprechend komplex. Stets zeichnet er umfassende Gesellschaftsportraits und enorm vielschichtige Charakterbilder, die seine Thriller in den Rang großer Literatur erheben.

Gekürzte Lesefassung.
5 CDs, 357 Minuten

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