Magna Carta Holy Grail

Jay-Z - Magna Carta Holy Grail

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High-End ohne Seele

Was ist 2013 los in der Hip Hop-Chefetage? Kanye West erklärt sich zu „Yeezus“, Jay-Z will seinem Buddy nicht nachstehen und veröffentlicht wenig später ein Album mit dem bescheidenen Titel „Magna Carta Holy Grail“. Der Höhepunkt einer beispiellosen Marketingkampagne, die - aller Hoffnungen zum Trotz - wohl als Blaupause für zukünftige Superstar-Veröffentlichungen dienen wird.

Jay-Z hat sich für die Veröffentlichung von „Magna Carta Holy Grail“ mit einem Handy-Hersteller zusammengetan. Der liefert sein Album vier Tage vor offziellem VÖ kostenlos an die erste Million User aus, die sich die entsprechende App heruntergeladen und via Social Media für das Album getrommelt haben. Seit Ankündigung des Albums gab es eine digitale Schnitzeljagd, mit der man Songtexte und Tracklisting freischalten konnte, um vom Eigentlichen abzulenken: der Musik.

Jay-Z - Holy Grail (feat. Justin Timberlake)

Ähnlich wie bei Kanye West, der für „Yeezus“ einen ähnlichen Aufwand betrieben hat, fragt man sich auch bei „Magna Cart Holy Grail“: Geht es hier noch um Musik oder um eine Marke? Während Kanye West auf seinem Album aber musikalisch Kopf und Kragen riskiert, liefert Jay-Z ab, was er immer liefert: Die besten Produzenten arbeiten gemeinsam mit Buddies wie Justin Timberlake an einem High-End-Produkt ohne Seele. Es ist nicht zu spüren, ob Jay-Z noch Interesse an seiner Musik oder etwas anderes mitzuteilen hat, als allen unter die Nase zu reiben, wie  schwer reich und mächtig er ist.

Das Ärgerliche ist, dass „Magna Carta Holy Grail“ den Eindruck eines Mixtapes macht. Was andere für lau unter die Leute bringen, lässt sich Jay-Z gleich doppelt bezahlen. ,„BBC“ wirkt dabei wie ein müder Abklatsch des Beats von Robin Thickes „Blurred Lines“, für „Crown“ bedient sich der Hovva wie Kanye West beim Reggae, tauscht Capleton gegen Sizzla aus, bleibt aber weit hinter "I am A God" zurück. Bisweilen wirkt es gar, als hätte Jay-Z das „Grey Album“ nachproduzieren lassen ("Heaven"). Bleibt nur zu hoffen, dass Gonjasufi für Jay-Zs Version von „Nickels & Dimes“ fürstlich entlohnt wurde, er hätte im wahrsten Sinne des Wortes mehr als nur Aufmerksamkeit verdient.

„It's all about the Benjamins“, das hat wohl kein Rapstar der letzten 20 Jahre so verstanden, wie Jay-Z. Wenn das Marketing aber wichtiger wird als die Musik, sollte man sich überlegen, ob es nicht vielleicht andere Betätigungsfelder gibt. "Magna Carta Holy Grail" erscheint am 08.07.2013.

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