Album

Hector Berlioz: Harold en Italie

Jean-Eric Soucy - Hector Berlioz: Harold en Italie

Komponist: 
Hector Berlioz
Interpret: 
Jean-Eric Soucy, Viola
Dirigent: 
Sylvain Cambreling
Ensemble: 
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Ein Konzert für Paganini?

In seinen Mémories hat Hector Berlioz behauptet, der große Paganini habe Harold en Italie bei ihm bestellt - als Konzert für seine neue Bratsche von Stradivari. Ob das nun wahr ist oder nicht, Berlioz schuf kein Konzert, sondern eine überbordende Orchesterphantasie, in der auch ein Solobratscher vorkommt.

Natürlich konnte der ungestüme Erzromantiker Berlioz, der stets davon träumte, die Hundertschaften seiner riesigen Orchesterbesetzungen gleich einer Armee in die Schlacht zu schicken, gar nicht anders. Das mag auch, falls die Entstehungslegende denn stimmt, der Grund gewesen sein, warum Paganini Harold en Italie nie gespielt hat. Als Schauvehikel für solistische Virtuosität ist das Werk, das auf ein Vers-Epos aus der Feder Lord Byrons zurückgeht, nämlich denkbar ungeeignet, auch wenn der international sehr gefragte französische Nachwuchsstar Jean-Eric Soucy sich in der vorliegenden Aufnahme bravourös aus der Affäre zieht, wie einige Passagen unseres Hörbeispiels beweisen.

Nach und nach aber "verabschiedet" sich der Solopart aus der Komposition und übrig bleibt einzig Berlioz' orchestrale Extravaganz, die allerdings Paganini Jahre später, nach einer Konzertaufführung, derart beeindruckt haben soll, das ihm das Ereignis einen öffentlichen Kniefall vor Berlioz sowie die Überweisung von 20.000 Francs wert war - wenn die Legende stimmt.

1 CD, ca. 66 Minuten

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