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D`Angelbert: Suites for Harpsichord

Jean-Henry d`Anglebert - D`Angelbert: Suites for Harpsichord

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Ein herausragendes Beispiel barocker Cembalomusik

Jean-Henry D`Anglebert (1629-1691) wurde durch die Veröffentlichung seiner Sammlung „Pièces de Clavecin“ zum bedeutendsten französischen Cembalisten vor François Couperin. Seine Spezialität waren Cembalowerke, die wie Lautenmusik klingen.

Die „Pièces de Clavecin“, veröffentlicht 1689 in Paris, bestehen aus vier Suiten, die zumeist dem klassischen Muster folgen: Ein Präludium geht verschiedenen Tänzen voraus, üblicherweise Allemande, Gigue, Courante und Sarabande. Daneben enthalten d`Angleberts "Pièces" auch einige Cembalo-Bearbeitungen von Stücken aus Opern des großen Jean-Baptiste Lully, des zu seiner Zeit bedeutendsten französischen Opernkomponisten. Besonders bemerkenswert ist die vierte Suite in D-Dur, die von der bekannten musikalischen Abfolge abweicht und stattdessen mit einer ergreifenden persönlichen Referenz schließt.

Dieses Schlußstück, "Tombeau de Chambonnières", bildet unser Hörbeispiel. Es folgt einer in der französischen Musik häufig auftretenden Tradition: Wenn ein verehrter Komponist stirbt, verewigen ihn seine Kollegen, indem sie ihm ein klingendes Grabmal (franz.: tombeau) schaffen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit läßt sich aus der Existenz dieses Stückes und seiner exponierten Positionierung am Ende seines gedruckten Œuvres schließen, dass D`Anglebert ein Schüler des hochverehrten Komponisten Jacques Champion de Chambonnières` gewesen ist, dem er als Cembalist am Hofe des "Sonnenkönigs" Ludwigs XIV. nachfolgte.

D`Angleberts Profession war das Cembalo, seine heimliche Leidenschaft war die Laute. Aus diesem Grund versuchte er stets, lautenähnliche Klänge in seine Werke zu inkorporieren. Entsprechend fiel die Entscheidung, einen Teil der vorliegenden Gesamtaufnahme, unter anderem auch unser Hörbeispiel, auf einem sogenannten Lautencembalo einzuspielen, einem Cembalo also, das nicht mit Metallsaiten, sondern mit Naturdarm bespannt ist und sich klanglich entsprechend der Laute annähert.

2 CDs, ca. 135 Minuten