Lefèvre: Clarinet Quartets I-IV

Jean Xavier Lefèvre - Lefèvre: Clarinet Quartets I-IV

Label: 
Interpret: 
Eduard Brunner, Klarinette
Ensemble: 
Ana Chumachenco, Violine; Wen-Sinn Yang, Cello; Harilof Schlichtig, Viola
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Ein exemplarischer Komponist seiner Zeit

Jean-Xavier Lefèvre war ein sehr gefragter und spitzenmäßig bezahlter Berufsmusiker, der sich in der Weltstadt Paris mit Leichtigkeit zu behaupten wußte. Sein Werk liefert interessante Perspektiven auf das musikalische Geschehen seiner Zeit.

Jean-Xavier Lefèvre, geboren 1763 in Lausanne, lebte und wirkte für den größten Teil seines Lebens in Paris als Klarinettist, Komponist und Musiklehrer. In allen drei Funktionen war er sehr gefragt und galt als der führende Interpret seines Instruments. Entsprechend sind die meisten seiner Werke, wie auch die hier vorliegenden Quartette, für Soloklarinette angelegt. Lefèvre hat wesentlich zur technischen Weiterentwicklung der Klarinette beigetragen: 1791, im Todesjahr Mozarts, erweiterte das Instrument um eine zusätzliche Klappe.

Selbst unter Klassikkennern ist der Name Lefèvre oft ein unbeschriebenes Blatt. Zweifellos gehört er als Komponist nicht in die erste Reihe. Warum also Lefèvre hören? Zunächst ist seine Musik handwerklich gut gemacht und vergnüglich anzuhören, da gibt es nichts. Vor allem aber liefert sie eine Perspektive auf sowie Verständnis zu der Zeit, in der sie entstand. Jeder hat Mozart und Beethoven im Ohr, die Tendenz, die Musik solcher Überkomponisten mit der musikalischen Alltagspraxis ihrer Zeit gleichzusetzen, ergibt sich beinahe zwangsläufig. Nun deckt Lefèvres Leben (1763-1829) die Lebensspanne Mozarts (1756-1791) und Beethovens (1770-1827) nahezu komplett ab. Wer seine Musik hört, der kann beginnen zu ermessen wie außergewöhnlich, wie weit draußen stehend, wie genial - und in ihrer Zeit auch verstörend - Komponisten vom Range Mozarts oder Beethovens tatsächlich gewesen sind. Wohlgemerkt, das soll Jean-Xavier Lefèvre keineswegs schlecht schreiben. Er war ohne Zweifel im Mainstream seiner Zeit ein führender und ein zurecht führender Musiker. Nur gibt es eben Kategorien, die haben mit dem Mainstream nichts zu tun.

1 CD, ca. 57 Minuten

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