XXX

Jimmy Edgar - XXX

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Maschinelle Sinnlichkeit

Wunderkind, Multitalent, Phänomen: Bei Jimmy Edgar reicht das normale Kategorienraster scheinbar nicht aus. Als Maler, Designer, Fotograf und nicht zuletzt als Musiker hat sich der 26-Jährige aus Detroit einen Namen gemacht und dabei an einer Neonlicht-Version von Funk gebastelt.

„XXX“, mit diesen drei Buchstaben kann man in den USA ganze Heerscharen von Eltern gegen sich aufbringen. Trotz Titeln wie „Hot Raw Sex“ ist Edgars zweites Album kein musikalischer Porno geworden, das wäre ihm auch viel zu billig. Nein, „XXX“ ist weit mehr als „Hot Raw Sex“ oder „Push“, es geht um die diskrete Sexyness von Maschinen. Dass sich die im 21 Jahrhundert auch als Soundtrack zum Sex eignet, kalkuliert er dabei gerne ein.

So ist „XXX“ die musikalische Entsprechung zu Chris Cunnighams „All is Full of Love“-Video, das der exzentrische Brite für Björk gedreht hat. Edgar bringt Maschinen Sinnlichkeit bei, lässt Synthies Jauchzen und Locken und bleibt trotz schlüpfrigem Terrain stets bemerkenswert locker. Funk kann man eben nicht lernen, man hat ihn. Sein maschineller, Neonlicht stichiger, doch sinnlicher Funk macht „XXX“ zu einem strahlenden funkelnden Album, das auch im Dunklen funktioniert.

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