Bach & Liszt

Johann Sebastian Bach - Bach & Liszt

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Ein Wunderkind von heute

Bachs Musik für Soloinstrumente ist wohl das erhabenste, strengste, geistigste was die Musik zu bieten hat. Das eine sechzehnjährige Pianistin dem gerecht werden kann ist fast nicht zu glauben.

Bachs "Chromatische Fantasie und Fuge" ist ein Werk, dessen herausragende Bedeutung bereits von Bachs Zeitgenossen erkannt wurde. Es steht in der "Todestonart" d-moll, der Tonart des Mozart-Requiems und von Beethovens Neunter. Darin steckt klanglich immer auch eine Ahnung vom Paradis, weshalb so viele wichtige Werke, in denen Komponisten "letzte" Empfindungen ausdrücken wollten, in dieser Tonart gesetzt sind. Das gilt auch für die "Chromatische Fantasie", in die Bach, neben der für ihn charakteristischen, mathematischen Strenge der Architektur leidenschaftliche Emotionen einfließen lies. Expressive, aufwühlende Klänge, die sich allmählich zu träumerischem Schweben verklären.

Nun muß man sich klar machen, was das für eine Interpretin bedeutet, die fast noch ein Kind ist. Neben enormen technischen Schwierigkeiten muß sie sich mit einem tiefgreifenden Sinngehalt auseinandersetzen und ein Werk zu fassen bekommen, mit dem das Genie Bach dreizehn Jahre schwanger ging. Das ihr das gelingt ist mindestens so verwunderlich wie die "erwachsene" Reife in Joss Stones Souldarbietungen.
Lise de la Salle kann auf dem Flügel schon sehr viel und weiß sie noch mehr. Doch damit trumpft sie nicht auf, sondern pflegt stattdessen Schnörkellosigkeit, einen kultivierten Klang und Konzentration aufs Wesentliche. Eine Musikerin, kein Kinderstar!

Das Albumkonzept - 2/3 Bach kombiniert mit 1/3 Liszt - ist nicht unbedingt naheliegend. Die mögliche Klammer besteht aber darin, daß Liszt viele Werke Bachs für das Klavier umgearbeitet hat. Eine seiner Transkriptionen, das Präludium BWV 543, wird auch gespielt. Erfeulich ist, das Lise de la Salle Liszts substanziellere Werke gewählt hat, seinem manchmal effekthascherischen Virtuosenstil widersteht und stattdessen den Nachhall des großen Bach herausmusiziert.

1 CD, ca. 76 Minuten

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