Die Kunst der Fuge BWV 1080

Johann Sebastian Bach - Die Kunst der Fuge BWV 1080

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Transzendentale Musik
Die Zeitlosigkeit der Auffassungen Bachs, die ganze Erhabenheit seines Denkens zeigt sich in den weit in die Zukunft weisenden Werken seiner letzten Schaffensperiode. Er ließ die engen Grenzen der Kirchenmusik hinter sich und berührte die Unendlichkeit.

In seinen letzten Lebensjahren wandte sich Johann Sebastian Bach theoretisch-kostruktiven Arbeiten zu, es entstanden "Das musikalische Opfer" (1747) und "Die Kunst der Fuge" (1749-50). Mit diesen Werken schuf Bach einen Schlußpunkt, ein regelrechtes Testament der Polyphonie, jener fast mathematischen Vielstimmigkeit, die die zentrale musikalische Ausdrucksform seines Zeitalters war.

Ein Jahr vor seinem Tod und fast erblindet war seine Schaffenskraft ungebrochen. Dennoch blieb "Die Kunst der Fuge" unvollendet und ohne Instrumentationsangabe. Von seiner ganzen Anlage her erschien das Werk aber immer für das Klavier bestimmt gewesen zu sein, obwohl es auch große Interpretationen von Streichquartetten gibt. Alles, was wir darüber wissen, deutet aber darauf hin, dass es, anders als "Das musikalische Opfer" und "Das wohltemperierte Klavier" nicht für die Aufführung, sondern als Lehrwerk gedacht war. Doch unter Bachs späten Händen verwandelte sich ein derart didaktischer Ansatz in reine, ewige, unfassbare Schönheit.

Sobald angesichts von Musik zurecht mit solch "transzendentalen" Begriffen hantiert wird (was im Grunde nur die naturgegebene Sprachlosigkeit in Bezug auf Musik aufzeigt), schlägt die Stunde des russischen Pianisten Grigory Sokolov (siehe auch meine Rezension seines Chopin hier im Tonspion!). Als einer der wenigen echten Individualisten am Klavier und als einer der ganz seltenen Musiker, die kompromisslos und unbeinflussbar nur für ihre Kunst und für nichts anderes leben, ist er in der Lage, die historische Aufführungspraxis sowie von multiplem Unverständnis geprägte Sekundärerwägungen à la "darf Bach romantisch klingen" zu mißachten und direkt der ganzen philosophischen Tiefe dieser Musik Ausdruck zu verleihen.

2 CDs, ca. 111 Minuten

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