Brahms: Symphony No. 4 - Hungarian Dances

Johannes Brahms - Brahms: Symphony No. 4 - Hungarian Dances

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Brahms mit Feuer - dirigiert von einer Frau
Eine Frau als Dirigent - das sollte eigentlich keine Extraerwähnung nach sich ziehen müssen, aber in der Realität ist dieser Beruf noch immer eine Männerdomäne. Marin Alsop kann die Kräfteverhältnisse aber ändern.

Denn die 1956 geborene US-Amerikanerin muss, spätestens seit ihrem Brahms-Zyklus bei Naxos, zur absoluten Weltspitze gerechnet werden. Breiter, epischer Fluss, der aber niemals in Bombast abgleitet, rhythmisches Feuer und ein enormer melodischer Schwung - die Liste der Vorzüge dieser Aufnahmen ließe sich lange forsetzen. Vor allem die 4. Sinfonie, deren komplex verschachteltes Passacaglia-Finale in kompletter Form unser Hörbeispiel bildet, gehört zu den hervorragendsten Einspielungen, die zu finden sind. Die auf der CD zugegebenen "Ungarischen Tänze" setzen das uneingeschränkte Vergnügen, das Marin Alsops Brahms-Stil bereitet, auf einer leichteren, dafür aber umso dynamischeren Note fort.

Besonders mit seinen Symphonien hat Johannes Brahms enorm lange gerungen, nämlich Jahrzehnte. Kein Wunder, denn er spürte den gigantischen Schatten Beethovens über seiner Musik schweben. Lange Zeit war er nicht sicher, wie es mit der Symphonie nach Beethoven überhaupt sinnvoll weitergehen könne, eine Frage, die vor ihm auch für Schubert und zeitgleich mit ihm für Bruckner die große Hürde bildete. Für das Finale der 4. Symphonie ließ sich Brahms von einem seiner größten Vorgänger inspirieren, von Johann Sebastian Bach, dessen berühmte "Chaconne" aus der "d-moll Partita" er eingehend studierte und deren Techniken er adaptierte.

Neben Anu Tali und Simone Young ist Marin Alsop, die gegenwärtige Chefdirigentin des Bournemouth Symphony Orchestra, momentan die einzige weibliche Dirigentin, die es langsam zu einiger Berühmtheit und den entsprechenden Engagements und Plattenverträgen gebracht hat. Die 1956 geborene Yale-Absolventin hat unter anderem bei Leonard Bernstein studiert. Im Verlauf ihrer Karriere hat sie schon jedes große amerikanische Orchester geleitet und ist auf dem besten Wege, auch in Europa ähnlich gewichtige Engagements zu bekommen. Neben dem Dirigieren ist Marin Alsop als Jazzgeigerin im "String Fever Ensemble" aktiv.

1 CD, ca. 65 Minuten

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