Alles Ist Erleuchtet

Jonathan Safran Foer - Alles Ist Erleuchtet

Redaktionswertung: 
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Irrwitzige Reise in die eigene Vergangenheit
Ein junger Amerikaner macht sich auf den Weg in die Ukraine, um seine Familiengeschichte zu erkunden. Seine irrwitzigen Erlebnisse in der Fremde wurden Stoff eines literarischen Überraschungserfolg. Jetzt ist das Hörbuch da.

Selten bekam ein Autor für einen Debütroman einen höheren Vorschuss als der bis dato unbekannte Jonathan Safran Foer. Die halbe Million US-Dollar sollten sich für seinen amerikanischen Verlag jedoch auszahlen: "Alles ist erleuchtet" wurde ein Welterfolg und schon kurz nach der Veröffentlichung stellte man den erst 25jährigen Foer in die Wunderkind-Ecke. Vergleiche zu Paul Auster, Jeffrey Eugenides oder Jonathan Franzen waren von der Kritikerzunft schnell gefunden. Gemeinsam haben diese vier jedoch nur, das sich ihre Wurzeln im alten Europa finden.
Und so begibt sich Jonathan Safran Foer mit seinem Roman tatsächlich in die alte Welt, zumindest sein Protagonist trägt zufällig seinen eigenen Namen. Foers Reiseführer ist ein alter Ukrainer mit einem noch älteren klapprigen Auto, sein Dolmetscher dessen Enkel Alex, ein Großmaul mit eigenwilligem Gebrauch der fremden Sprache und dann muss der hundehassende Foer noch die neurotische Promenadenmischung Sammy Davis Jr.Jr. ertragen, die nicht von ihm lassen kann.
Foer erzählt die Geschichten des jüdischen Schtetls seiner Urgroßväter und wie seine Familie den Holocaust überlebte, seine eigenen Erlebnisse in der Fremde als auch die Geschichte des kecken Alex trägt er spannend und präzise vor. Ein literarisches Roadmovie, das nie langweilig und vor allem nie kitschig wird.
Zur Qualität des Hörbuches tragen neben der gelungenen Übersetzung von Dirk van Gunsteren auch die beiden Schauspieler Boris Aljinovic und Florian Lukas bei, die die abwechselnden Erzählweisen aus der Sicht des Dolmetschers Alex und des Erzählers Foer gekonnt umsetzen. Aljinovic tritt sonst als Berliner Tatort-Ermittler in Erscheinung, Florian Lukas wurde jüngst mit dem Deutschen Filmpreis für seine Nebenrolle in "Goodbye Lenin" ausgezeichnet. (os)

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