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Raff: Cello Concertos

Joseph Joachim Raff - Raff: Cello Concertos

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Musik eines konservativen Modernisten

An der historischen Bedeutung der Werke Joseph Joachim Raffs scheiden sich die Geister. Er war sicher kein großer Komponist, wohl aber ein sehr guter Handwerker mit erstklassigen, teils wunderschönen melodiösen und harmonischen Einfällen.

Joseph Joachim Raff (1822-1882) war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge schweizerischer Herkunft. In Basel begegnete er in jungen Jahren Franz Liszt. Nicht nur wegen der zukünftig genossenen Förderung durch diesen berühmten Komponisten wurde das für den weitgehenden Autodidakten Raff zur wichtigsten Begegnung seines Lebens.

Sein zeitweiser Ruhm, erworben in der Hauptsache als Adlatus von Liszt in Weimar, bezog sich in erster Linie auf seine 11 Symphonien, mit denen Raff den Versuch unternahm, die traditionellen klassischen Kompositionsformen mit der neuartigen Musiksprache der sogenannten Neudeutschen Schule um Liszt, also kurz mit der programmatisch bestimmten Musik, in Einklang zu bringen. Bald nach Raffs Tod gerieten seine Werke in Vergessenheit.

Joachim Raffs 1. Cellokonzert in d-moll, dessen erster Satz unser Hörbeispiel bildet, entstand 1874 auf dem Höhepunkt seines öffentlichen Ansehens. Im Gegensatz zu seinen Symphonien wahrte Raff hier die dreisätzige Form des klassischen Instrumentalkonzerts. Die Komposition sollte nämlich in erster Linie ein effektvolles, hochmelodiöses und vom Virtuosenstandpunkt aus betrachtet brillantes Schaukonzert für den bedeutenden Cellisten Leopold Grützmacher, auf dessen Anregung das Werk entstand, werden.

Was Raff zweifelsohne gelungen ist, wie die erstklassige, vor Kraft und Spielfreude strotzende Interpretation Daniel Müller-Schotts demonstriert. Der erste Satz endet übrigens nicht mit einer Pause, sondern "attacca", d.h. er geht fließend in den nächsten Satz über, weshalb das Ende unseres Hörbeispiels nicht so eindeutig wie sonst nach Ende klingt.

1 CD, ca. 77 Minuten