Album

Limits

Joycehotel - Limits

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Dänische Düsternis

Es ist gerade mal ein Jahr her, als ihr selbstbetiteltes Debüt hierzulande für mediales Aufsehen sorgte und schon legen die Dänen nach: „Limits“ heißt das neue Album von Joycehotel und überzeugt durch unaufdringliche, eigenständige Düsternis.

Auch Kashmir und die Figurines haben in miefigen Kopenhagener Clubs klein angefangen. Das Quartett namens Joycehotel auch, selbst wenn es mittlerweile schon aus dem Status des nationalen Undergroundgeheimtipps herausgewachsen ist. Verdientermaßen! Klar, man hört hier einen gewissen dEus-Einschlag. Aber dEus ist eine dieser Bands, die als Einflussgröße immer wieder gerne gehört wird. Als weitere (dieser Tage ja nicht selten auszu- machende) Referenz sind die New Yorker Interpol respektive Joy Division zu nennen. Und es scheint, als hätten Joycehotel auch eher das Original gehört, denn Joycehotel sind unprätentiös und heliophob. Episch tragen sie sich scheinbar wie von selbst in eine Wall of Sound und bauen diese Schicht um Schicht auf. Immer wieder aber halten sie inne, in dieser gewissen Schlichtheit, die wahre Schönheit extrapoliert. „Limits“ ist melancholisch ohne Emo zu sein. Es fühlt sich an, als säße man in einem dunklen Raum, der von den Dänen hallend beschallt und im Zuge dessen gänzlich mit Moll ausgefüllt wird. Dunkle Wolkenwände ziehen auf. Strippenzieher dieser ganzen unterschwellig schwebenden Melancholie ist Kristian Funder, Sänger, Gitarist, Organist, Hauptsongschreiber und Produzent in einer Person. Man höre hier „Falling/Laughing“ und überzeuge sich selbst von dieser dänischen Extraklasse. Tonspion präsentiert die anstehende Deutschlandtour 2006. (bb)

Ähnliche Künstler