Album

Twilite

JPLS - Twilite

Label: 
Redaktionswertung: 
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Minimalismus auf dem Höhepunkt

Wie weit lässt sich Techno reduzieren? Der US-Producer JPLS treibt den Minimalismus auf Äußerste und zeigt damit einmal die simple Faszination einer geraden Rhythmus und zugleich, wie der Funk dabei nicht verloren geht.

Richie Hawtins Label M-nus ist ja bekannt für Minimal-Techno, gerade innerhalb der letzten Jahre war dessen Output immer wieder prägend für das gesamte Genre. Doch JPLS aus Indiana scheint noch einen Schritt weiter gehen zu wollen. Ein Großteil der Tracks auf dem aktuellen Album „twilite“ besteht ausschließlich aus einer Bassdrum, nebenher schwingender Hi-Hats und weitestgehend aufgelösten Melodie oder auch Disharmonie. Man muss in der richtigen Stimmung sein, um sich auf diese Reduktion einlassen zu können. Im falschen Moment pluckert ansonsten eine Klang-Sequenz nach der anderen vor sich hin, ohne das es nennenswerte Ausschläge gebe. Im richtigen Moment hingegen entfalten die Tracks durchaus so etwas wie einen unterkühlten, digitalen Funk, und auch die monotonen Beats offenbaren eine gewisse hypnotische Wirkung. Es schwer zu sagen, ob die Musik von JPLS nun besser im Club oder auf der Heim-Anlage passt – treibend genug für die Tanzfläche wäre sie, doch zuviel Minimalismus ermüdet schnell. Zu Hause und bei klaren Verstand kann sie einen in den Bann ziehen. (jw)

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