Album

Per Amore

Juliane Banse - Per Amore

Komponist: 
Carl Maria von Weber
Interpret: 
Juliane Banse, Sopran
Dirigent: 
Christoph Poppen
Ensemble: 
Deutsche Radio Philharmonie
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Deutsche Opernromantik

Programme mit Sopranarien, die sich dem Topos der Liebe widmen, gibt es wie Sand am Meer. Per Amore, Juliane Banses Beitrag zu diesem Subgenre, ist allerdings derart formvollendet gelungen, dass sich selbst oft Gehörtes uneingeschränkt genießen läßt.

 

Die Verwendung eines Taktstocks, die Sitzordnung im Orchestergraben, der systematische Ablauf des Probengeschehens: Ein großer Teil dessen, was im Musik- und Opernbetrieb heute selbstverständliche Praxis ist, wurde von Carl Maria von Weber (1786-1826) erdacht und eingeführt.

Von Webers romantische Oper Der Freischütz (Uraufführung im Juni 1821 in Berlin) wurde bereits zu Lebzeiten des Komponisten als „erste deutsche Nationaloper“ bezeichnet, was sich seinerzeit in erster Linie auf die Sprache, die behandelten Themen sowie die klangästethischen Eigenarten der Partitur bezog. In der Nachwirkung der französischen Revolution verlangte es das selbstbewußter gewordene bürgerliche Publikum nach einer „deutschen Volksoper“ im Gegensatz zur zumeist höfische oder mythologische Themen behandelnden, italienisch geprägten Opera seria. Mit deftiger Jägerromantik und der düster-gespenstischen, im Licht des Vollmonds spielenden Wolfsschlucht-Szene ist der Erfüllung dieses Bedürfnisses wohl kein Komponist näher gekommen, als von Weber mit seinem Freischütz.

In unserem Hörbeispiel singt die wunderbar organisch und fließend agierende Sopranistin Juliane Banse die Arie der weiblichen Hauptfigur dieser Oper, Agathe: Leise, leise, fromme Weise. Das Stück stammt von der CD Per amore, die es tatsächlich schafft, sich durch eine schwebende, schön ausbalancierte Musikalität seitens aller Beteiligter von zahllosen ähnlichen Sopran-Arienprogrammen auf CD abzusetzen. Eine durch und durch hörenswerte Produktion.

1 CD, ca. 58 Minuten

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