Album

Nepenthe

Julianna Barwick - Nepenthe

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Heiteres Requiem

Kaum ein anderes Land hinterlässt bei MusikerInnen so starke Eindrücke wie Island: Auch die amerikanische Multiinstrumentalistin Julianna Barwick schwärmt von den Reizen der nordischen Insel, die sie im Februar 2013 auf Einladung von Sigur Rós-Produzent Alex Somers zum ersten Mal besuchte. 

Der Kontrast zu ihrem heimischen Studio in Brooklyn, NYC könnte nicht größer gewesen sein, Barwicks Musik hat sich in Island indes nicht grundlegend verändert. Eher scheint es, als habe die Künstlerin dort die letzten fehlenden Mosaiksteinchen gefunden, die ihren Sound perfektionieren.

„Nepenthe“ (so heißt in der griechischen Mythologie eine Droge, die helfen soll, schlimme Dinge zu vergessen) entstand nach dem Tod eines Angehörigen Juliannas, und tatsächlich klingt das Album auch wie ein Requiem, allerdings nicht nach einer traurigen, sondern einer hoffnungsspendenden, irgendwie heiteren Totenfeier. Barwicks Musik – flirrend-sakraler Ambient aus geloopten Streichern vom isländischen Ensemble Amiina, engelsgleichem Chorgesang und ihrer eigenen Stimme – versetzt die Hörer in einen entrückten, rauschhaften Zustand und so lange man noch klar denken kann, begreift man, wie die Droge „Nepenthe“ wirkt.

Selbst Barwicks etwas konventionellere Tracks wie „One Half“ oder „Adventurer of the Family“ haben mit handelsüblichem Pop nichts zu tun: keine Hookline, kein Refrain oder gar verständliche Textzeilen zum Festhalten. Nur pure Schönheit und das blaue Leuchten des Ozeans. 

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