Debussy: Orchestral Works Vol. 5

Jun Märkl - Debussy: Orchestral Works Vol. 5

Label: 
Komponist: 
Claude Debussy
Interpret: 
Jun Märkl
Ensemble: 
Orchestre National de Lyon
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Klangmagie

La Boîte à joujoux, zu deutsch Die Spielzeugschachtel, ist eine Balletmusik, die Claude Debussy seiner geliebten Tochter Emma-Claude gewidmet hat. Mit liebevollen, teils verschrobenen Details orchestrierte der geniale Komponist hier den „Soundtrack“ für eine Art Toy Story des musikalischen Impressionismus.

Die Idee zu La Boîte à joujoux geht auf den Illustrator und Spielzeugerfinder André Hellé zurück, der Debussy 1913 mit der von ihm skizzierten Ballethandlung vertraut machte. Seit der Geburt seiner „Chouchou“ genannten Tochter Emma-Claude im Jahr 1905 interessierte sich Debussy ganz speziell dafür, musikalisch die märchenhafte kindliche Vorstellungswelt einzufangen. Schnell schwebte ihm eine Ballethandlung vor, die von Kindern im Zusammenspiel mit Marionetten getanzt werden könnte.

Den Klavierauszug vollendete Debussy bereits 1914, aber da die Uraufführung aufgrund des 1. Weltkriegs immer wieder verschoben werden mußte, kam es vor Debussys Tod im März 1813 nicht mehr zu einer vollständigen Orchestrierung. Diese wurde erst 1919 von dem mit Debussy befreundeten komponisten und Dirigenten André Caplet fertiggestellt.

Dennoch ist die Handschrift des lautmalerischem Genies Debussy unverkennbar: Unser Hörbeispiel, der Le champ de bataille betitelte 3. Aufzug, umfaßt eine vielfarbige Handlung, die von einer Anbändelei des Polichinelle, zu deutsch Pulcinella, eines gefräßigen Bauerntölpels, der aus der Commedia dell’arte entlehnt wurde, auf einer Sommerwiese, über einen Chor heranziehender Soldaten, bis hin zu einem veritablen Schlachtengemälde reicht, und anschließend auch noch mehrere Miniaturszenen aus der Nacht danach beleuchtet.

Dirigent Jun Märkl beweist in der vorliegenden Aufnahme einmal mehr, dass er die  Qualitäten eines erstklassigen Kapellmeisters besitzt, der mit dem Orchestre National de Lyon den flirrend-opulenten Debussy-Ton haargenau zu treffen vermag, ohne dabei sich und seine Lesart vor die Musik zu stellen.

1 CD, ca. 73 Minuten

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