Kay One - Der Junge von damals

Kay One - Der Junge von damals

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Der Schlager-Rapper

Nun macht der Superstars-Juror Kay One also auch wieder Musik. Des einen Freud ist des anderen Leid.

Der Beef mit Bushido, Juror bei DSDS und die Trash-TV-Formate "Prinzessin gesucht" und "Sängerin gesucht" - Kay One hat während der letzten Jahre deutlich mehr Schlagzeilen als Musik gemacht und sein letztes bisschen Kredibiliät in der Hip-Hop-Szene längst verspielt. Jetzt soll wieder seine Musik im Vordergrund stehen. Und obwohl es sich dabei um Songs handelt, die die Welt nicht braucht, wird er mit "Der Junge von damals" sogar noch Erfolg haben.

Denn Kay One polarisiert. Er hat zwar Unmengen an Hatern, aber eben auch sehr viele Fans. Und diese verteidigen ihren Liebling gegen jegliche Form von Kritik und feiern jeden kreativen Erguss des Prinzen. Die niederträchtige Welt der YouTube-Kommentare zeigt sich unter Kay Ones Videos in seiner ganzen Pracht.

Kay One - Believe

Der pseudo-deepe Friedenstrack „Das Öl wurde zu Blut“ oder das fürchterliche „Believe“, für welches sich Justin Bieber schon vor zehn Jahren geschämt hätte, zeigen allerdings eindrucksvoll, wie unnötig Kay Ones Musik ist. Mit dieser Aussage ist man noch lange kein Hater, sondern schlicht geschmackssicher.

Dass Kay One technisch gar kein unterirdischer Rapper wäre, beweist er sogar vereinzelt auf Tracks wie "GTA" oder "Mile High Club", was sich Kay One allerdings bei diesem vogelwilden Themenmischmasch aus zuhälterischen Gangster-Tracks und lieblichen Pop-Refrains gedacht hat, weiß er vielleicht nicht einmal selbst. Eine Haltung, ein roter Faden oder irgendein größerer Sinn verbirgt sich hinter diesem - nennen wir es Mixtape - sicherlich nicht.

Im Titeltrack blickt er übrigens auf vergangene Zeiten und seine Kindheit zurück, als er noch kein bekannter Rapper war und gerade anfing, die Hip-Hop-Kultur kennenzulernen. Wäre es doch nie soweit gekommen!

Kay One - Der Junge von damals

"Der Junge von damals" erschien am 2. September 2016 über Prince Kay One (Tonpool).

Download & Stream: 

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz.

amazon music unlimited

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Wenn Spießer-Bushido twittert

Wenn Spießer-Bushido twittert

Vom Gangster zum Spießer
Mit einem entnervten Tweet über eine Berliner Postfiliale sorgte Bushido letzte Woche für Lacher. Auf dem Profil "Spießer-Bushido" macht sich Twitter nun über ihn lustig.
Bushido: Überraschendes Geständnis (Video)

Bushido: Überraschendes Geständnis (Video)

Lustiges Coming-out im Interview mit rap.de
Es ist zu schön, um wahr zu sein. Trotzdem sehenswert ist das Interview von Rap.de mit Bushido, in dem er eine ganz neue Seite seiner vielschichtigen Persönlichkeit zeigt.
Deutsche Albumcharts: Shindy vor U2 und Pink

Deutsche Albumcharts: Shindy vor U2 und Pink

"Fvckb!tche$getmone¥" schlägt "Songs Of Innocence"
Zum zweiten Mal hat Rapper Shindy es geschafft und mit einem Album Platz 1 der Charts erobert. Dabei schlug er namhafte Konkurrenz aus dem Feld. 
Neues aus dem Pop-Feuilleton

Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit dem Bambi, Bushido, Protestsongs und David Lynch
Was für eine Woche! Florian Schneider hat sich für Tonspion gestern bei der Bambi-Verleihung gelangweilt und zur Zerstreuung noch ein wenig im Feuilleton geblättert. Dabei entdeckt: David Lynch, die Frauen aus der Hamburger Schule und der Sound des Revoltejahrs 2011.
Neues aus dem Pop-Feuilleton

Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Coldplay, Kraftwerk, Sido & Bushido, Britney Spears und Retromania
Zurück vom Krankenbett hat Florian Schneider wieder für Tonspion das Feuilleton durchforstet: Darin scheren sich Coldplay nicht um Coolness, Sido und Bushido nur ums Geld. Kraftwerk mögen's museal und Britney Spears den Kölner Karneval, und Simon Reynolds attestiert den Stillstand des Pop.