The Boxer

Kele Okereke - The Boxer

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend

Statt sich, wie ursprünglich geplant, ein Jahr Auszeit von seiner Band Bloc Party zu nehmen, konnte Kele Okereke im vergangenen Jahr seine Finger nicht ganz von der Musik lassen. Nun legt er ein Soloalbum vor, das so manch glühenden Bloc-Party-Fan verstören dürfte.

Zunächst habe er sich einfach ins Studio eingeschlossen und angefangen mit elektronischen Beats zu experimentieren, was er nie zuvor gemacht habe, so Kele über die Entstehung seines ungeplanten Soloalbums. "Es war genauso aufregend, wie das erste Mal als ich eine Gitarre in der Hand hatte". Gleichzeitig besuchte er einen Kickbox-Kurs, was sich nun im Albumtitel niederschlägt.

Mit xxxchange hat Kele in New York einen Produzenten gefunden, der bisher vor allem durch seine zahllosen Remixe aufgefallen ist. Entsprechend ist das Album deutlich elektronischer geraten, als Bloc-Party-Anhängern vielleicht lieb sein dürfte. Im Vergleich zu seiner Band nimmt er seine Stimme hier weit zurück, klingt entspannter und weniger over-the-top. Gleichzeitig sind die Wurzeln von Kele ständig präsent, auf "The Boxer" finden sich - und hier darf man sich (mal wieder) nicht von den im Netz gestreuten Remixen in die Irre führen lassen - astreine Popsongs im modernen Soundgewand.

Doch vor allem live vermissen viele Fans aus gutem Grund die alte Live-Besetzung. Denn hier agiert Kele fast nur noch als MC und wird vom Großraumdisco-kompatiblen Electrosound fast erschlagen. Das Album ist und bleibt eine zwiespältige Angelegenheit, wird ihm neue Fans bescheren, aber auch viele alte Verehrer kosten, die sich mehr und Interessanteres von ihm erwartet hatten.

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz.

amazon music unlimited

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
* Pflichtfeld

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Andy Butler (Hercules & Love Affair)

TV-Tipp: Somewhere Over The Rainbow - Die schwule Bewegung und ihre Hymnen

Von David Bowie bis Boy George, von Madonna bis Lady Gaga
Mit dem Tod von Judy Garland begann 1969 der Aufstand der Schwulen gegen die gesellschaftliche Unterdrückung. Noch heute feiert die queere Gemeinde jedes Jahr den CSD und fordert gleiche Rechte. Wie wichtig Musik dabei ist, zeigt diese Dokumentation von ARTE.
David Bowie soll ein Denkmal in London bekommen

David Bowie soll ein Denkmal in London bekommen

Ein riesiger Aladdin Sane Blitz
Bisher ist für Fans von David Bowie ein Mural – ein Street-Art-Gemälde – in London der Pilgerort, um ihre Trauer zu bekennen. Nun plant eine Crowdfunding-Kampagne ein mögliches Denkmal in Brixton.
David Bowie: Neues Video "No Plan" zum 70. Geburtstag

David Bowie: Neues Video "No Plan" zum 70. Geburtstag

Der Thin White Duke wäre heute 70 Jahre alt geworden
David Bowie hätte heute seinen 70. Geburtstag gefeiert. Jetzt erscheint posthum eine EP mit Material, das er kurz vor seinem Tod eingespielt hat. Hier ist das Lyrik-Video zum melancholischen Song "No Plan".
Die besten Alben 2016

Die besten Alben 2016

Die besten Alben des Jahres in einer Playliste
Ein schwieriges, aber musikalisch aufregendes Jahr liegt (endlich) hinter uns. Wir schauen zurück, was uns 2016 an spannenden Neuerscheinungen gebracht hat und veröffentlichen unsere Alben der Woche in einer Spotify-Playliste.
David Bowie (Foto: Press / Jimmy King)

Dokumentation: David Bowie - The Last Five Years auf ARTE

Erster Todestag am 10. Januar
Es ist nun fast ein Jahr her, dass David Bowie nur zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag seiner Krebserkrankung erlag, die er bis zum Schluss vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatte. Ihm zu Ehren zeigt ARTE die Dokumentation über die letzten fünf Jahre seines Schaffens.