Klenke Quartett: Mozart

Klenke Quartett - Klenke Quartett: Mozart

Komponist: 
Wolfgang Amadeus Mozart
Interpret: 
Klenke Quartett
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Mozart im Zenit

Wie nach ihm Beethoven und Schubert hat auch Mozart in den letzten Monaten seines Lebens außergewöhnliche und die klangsprachlich eingetretenen Pfade verlassende Meisterwerke im Bereich der Kammermusik geschaffen. Wir stellen das 2. “Preussische Quartett” KV 589 vor.

Ursprünglich sollte Mozart für den preussischen König einen Satz von sechs Streichquartetten komponieren. Man weiß nicht genau warum Mozart, der diesen bezahlten Auftrag bitter nötig gehabt hätte, die Arbeit nach drei Quartetten abbach. Die naheliegendste Vermutung hierzu lautet schlicht, dass er im Juni 1790 – dem Zeitpunkt der Vollendung von KV 590 –  bereits einen innerlichen Zustand erreicht hatte, der ihn nach rein individuellen Schöpfungen streben und ihm das Abarbeiten konventioneller Auftragskompositionen fast unmöglich werden ließ.


Dafür spricht nicht nur, dass Mozart, dem Musik normalerweise fast federleicht von der Hand ging, in Bezug auf diese Quartette in Briefen mehrmals von „recht mühsamer Arbeit“ schrieb, sondern auch die – selbst für Mozarts Verhältnisse gegebene – Außergewöhnlichkeit der Musik.


Schon in unserem Hörbeispiel, dem ersten Satz des Streichquartetts KV 589, hat Mozart die Konventionen kammermusikalischer Werke hinter sich gelassen. Wir hören nicht nur ein Allegro, das in seiner Kantabilität auf weite Strecken auch als bewegter langsamer Satz durchgehen könnte. Vielmehr präsentiert Mozart ein hochkomplexes „symphonisches“ Konstrukt, das in allen Stimmen Melodiebögen und -fetzen kontrapunktiert, verflechtet und ineinander verschränkt. Also hohe Mathematik – die aber ganz einfach und einfach schön klingt.


Das nur aus weiblichen Mitgliedern bestehende Klenke Quartett setzt die immensen Anforderungen, die daraus resultieren, auf beinahe ideale Weise um. Ihr Spiel klingt luftig und duftig, bleibt auch in bewegten Passagen immer weich und gewichtet die Sanglichkeit dieses Satzes genau richtig. Ein perfektes Stück für alle, denen Kammermusik eigentlich zu anstrengend ist, die aber vielleicht doch ein wenig neugierig sind.

1 CD, ca. 51 Minuten

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