Album

Lieder vom Rio D'Oro

Komplizen der Spielregeln - Lieder vom Rio D'Oro

Redaktionswertung: 
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Gitarren & Gesellschaft

Mit „Lieder vom Rio D’Oro“ veröffentlichen die Komplizen der Spielregeln wieder anspruchsvolle Konzeptkunst.

Aus den starken Gitarrenriffs des neuen Komplizen der Spielregeln-Albums hätte man ein radiotaugliches Indie-Rock-Werk machen können. Denn starke Gitarrenriffs gibt es viele auf „Lieder vom Rio D’Oro“. Nur geht es der Kölner Band nach wie vor nicht ums Airplay, sondern um das, was ihre Genre-Kollegen oft vermissen lassen: um Kunst.

Mit knatschigem Postpunk und 90er-Noisepop treiben sie ihren Liedern jede Mainstreamfreundlichkeit wieder aus. Nicht zu vergessen: Frontmann Tobias Ortmanns’ Gesang, Geschrei und Gekreische. Seine zornigen bis zynischen, mitleidigen bis selbstmitleidigen Geschichten über Alltagszwänge und gesellschaftliche Wahnzustände keift er mit aller Kraft heraus und parodiert dabei nicht selten die Zustände. So wie in „Aufmerksamkeit“, einer offensichtlich bitteren Abrechnung mit unserer Darstellungs- und Mitteilungssucht im Internet: „Aufmerksamkeit, hier jetzt – ihr jetzt, Aufmerksamkeit, her damit! Ich will Aufmerksamkeit, ich trigger, du triggerst, Trigger den Moment mal, Moment mal!“ Auch in den neuen Liedern der Komplizen erkennt man sich häufiger wieder, als man möchte. Sie liefern Erkenntnisse, erschrecken und reißen doch auch immer mit.

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