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Sweet Bills

Kristoffer Ragnstam - Sweet Bills

Redaktionswertung: 
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Glückskekse und Frühlingsgefühle

Viele Kekse soll er früher gegessen haben, um den tristen, dunklen Winter im kalten Schweden zu überstehen. Und Kristoffer Ragnstam scheint von dieser Süßware noch immer zu zehren, ist sein frischer Popentwurf doch ein sommerliches, zuckersüßes Unterfangen geworden.

Der schwedische Winter ist einer der härtesten. Kein Wunder also, dass ein José González eher die dunkleren Seiten des Daseins besingt. Der in der schwedischen Provinz aufgewachsene und nun in Göteborg lebende Kristoffer Ragnstam hingegen beweist, dass nicht alles herbstlich und düster klingen muss, was auf dem frostigen Boden Schwedens heranwächst. In Kungälv, jener kleinen Stadt in der Ragnstam aufwuchs, gab es nicht viel zu tun, außer in der lokalen Keksfabrik zu arbeiten und/oder seine Glückshormone mit dem Verzehr ebendieser Kekse auf Trab zu halten. Ragnstam entdeckte aber schließlich ein weiteres Mittel für sich und gegen Winterdepressionen: Musik.

Er begann damit, verschiedenste Instrumente zu spielen und eine musikalische Neugier zu entfalten. Das Ergebnis ist eine Bandbreite, die verstörend anmuten mag: Mal meint man auf seinem neuen Album Mika und Moneybrother im Duett zu hören, dann jammen Queen und Broken Social Scene miteinander und über all dem schweben stets die Pixies. „Sweet Bills“, so der Titel, ist zweifelsohne ein buntes Potpourri geworden, das rockig und soulig, upgespacet und psychedelisch, verträumt und verspielt geworden ist. Der Vorwurf der Beliebigkeit an diese Vielseitigkeit zieht nicht, weil Ragnstam detailverliebt, smart und klischeefrei klingt. Ein Album voller Glückskekse, die für die adäquaten Gefühle dieser Tage sorgen sollten.

Björn Bauermeister | Tonspion.de

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