Your Anchor

Lackthereof - Your Anchor

Label: 
Redaktionswertung: 
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Verrückter Hund
Lackthereof, so nennt sich das Soloprojekt des Schlagzeugers von Menomena. Und „Your Anchor“ heißt das zweite seiner neun Alben, die er bereits in seinem Keller in absoluter Eigenregie und Freiheit gemacht haben soll. Zum Glück kam dieses Werk jüngst ans Tageslicht.

Wer das Trio Menomena und insbesondere seinen schlaksigen, kreischenden und prügelnden Drummer jemals live gesehen hat, wird antizipieren können, dass „Your Anchor“ kein Album voll radiokompatibler Leichtkost sein dürfte. Danny Seim heißt der schräge, kreative Trommler aus Portland, der sich gern mit seinem Mops unterm Arm ablichten lässt und zum Solo-Musizieren in den Keller geht. Dort kann er ungeachtet irgendwelcher Befindlichkeiten und Ideen anderer Mitmusiker frei und ungezwungen ans Werk gehen. Es ist bereits das zweite, das in Form eines Longplayers das Licht der Öffentlichkeit erklimmt – wenngleich Seim doch bereits neun Alben in den letzten zehn Jahren geschrieben haben soll. Nun gut.

„Your Anchor“ rumpelt gewaltig, geht kreuz und quer und macht an jeder Ecke, Kante und komischen Wendung ganz viel Spaß. So viel, dass man Seim sogar die nicht ganz gelungene Coverversion zu „Fake Empire“ von The National verzeiht. Aber einmal abgesehen von diesem Fehlgriff ist es erstaunlich, dass dieser verrückte Hund all dies allein gespielt, geschnippelt und ausgedacht hat. Und trotz der kreativen Verrücktheit steckt noch jede Menge Pop unter dieser verquer rockenden Decke, wie das großartige „Last November“ so schön belegt. Der Seim könnte also durchaus öfter mal die Tür zu seinem Keller öffnen.

Björn Bauermeister / Tonspion.de
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