Born This Way

Lady Gaga - Born This Way

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Superstar im Break Dance

Wenn der erste und einzige Superstar des Internetzeitalters ein neues Album veröffentlicht, rauscht es gewaltig im Blätterwald. Lobeshymnen liest man da allenthalben, dabei beschäftigen sich die meisten Artikel hauptsächlich mit der Konstruktion der ziemlich eindrucksvollen Persona Lady Gaga, um die Musik kümmert man sich weniger.

Das – so viel vorweg – verwundert auch nicht wirklich. Für ihr zweites Album bedienen sich Lady Gaga und ihre Produzenten ausgiebig beim Eurotrash. Stampfende Maschinenbeats, gegen die Lady Gaga mal verzweifelt, mal deutlich gelangweilt versucht anzusingen, und die keineswegs, wie in der FAZ zu lesen war, an den Sound des Berliner Berghain erinnern. Ein zweites „Paparazzi“? Fehlanzeige! Stattdessen muss sich Lady Gaga schon an der ultimativen Provokation versuchen und radebrecht in „Scheiße“ seltsame Dinge auf deutsch. So mancher Feuilltonist versteigt sich in krude medientheoretische Abhandlungen, um zu erläutern, warum Lady Gagas Musik eigentlich nicht mal mehr Musik sei - und das sei natürlich als Kompliment gemeint.

Dabei muss man doch eines festhalten: Vom erfolgreichsten Popstar der letzten Jahre hätte man zumindest eine fette Produktion erwarten dürfen. Aber alles auf „Born This way“ klingt, als hätte man lieber eine Maschine mehr angeschlossen als auch nur einen Studiomusiker einzuladen - oder sich gar in der großen Kunst des Weglassens zu üben. Mancher Song klingt gar wie eine Anbiederung an den Plastikpop von Katy Perry und Co., etwas das Lady Gaga nun wirklich nicht mehr nötig hätte.

"Break Dance" heißt ein Relikt der 80er Jahre, das bis heute auf keiner Kirmes fehlen darf. Es ist der natürliche Lebensraum von „Born This Way“: Immer ein bisschen zu laut, immer ein bisschen zu over the top, vielen wird dabei sogar schlecht, trotzdem stehen die Leute in langen Schlangen davor, auf der Suche nach dem flüchtigen Adrenalin-Kick.

Warum Lady Gaga für ihr lang erwartetes Album auf billiges Kirmes-Vergnügen statt auf ganz großes Kino setzt, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Ihr Talent und ihr Bankkonto hätten zweifellos mehr hergegeben.

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