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Alternate/Endings

Lee Bannon - Alternate/Endings

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Auf Safari im Jungle

The Alchemist, Joey Bada$$, Ab-Soul, Strong Arm Steady – Ein Blick ins Register der Produktionen, die Lee Bannon zuletzt abgeliefert hat, führt direkt in den Hip-Hop-Underground. Umso erstaunlicher ist die Wendung hin zu Jungle und Drum 'n' Bass, die Bannon auf seinem ersten Soloalbum vollzogen hat.

Lee Bannon rast mit Karacho in den Jungle. Tracks wie „NW/NB“ erinnern an Squarepusher in seiner Prä-Jazz-Ära, andere assoziieren mit ihrer verqueren Struktur die New Yorker WE. Dazwischen unternimmt Bannon Ausflüge ins Ambiente, weckt Erinnerungen an Aphex Twin. Offenbar hat er sich intensiv durch den letztjährigen Output seines Labels Ninja Tune gehört. Mit MachinedrumsVapor City“ und „Jungle Revolution“ von Congo Natty veröffentlichten die Briten 2013 zwei Jungle-Alben. Deshalb von einem Revival zu sprechen wäre falsch, Drum'n'Bass und Jungle sind quicklebendig, nur aus dem Radar der großen Öffentlichkeit verschwunden.

Lee Bannon - 216

„Alternate/Endings“ wirkt nach dem ersten Durchgang wie ein kalkulierter Karriereknick, bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Die Atmosphäre des Albums verdichtet sich aber mit jedem Umlauf. Die Anfangsanstrengung weicht und hinter zick-zack-zuckenden Beats offenbart sich ein melancholisches Album, das weit entfernt ist vom Geprotze des Hip-Hop und dem zwischenzeitlichen Härter-Schneller-Vertrackter des Drum 'n' Bass. Im echten Dschungel sorgen eben nicht die großen Tiere fürs Grundrauschen, es sind die vielen Kleinstlebewesen, die den Urwald ausmachen. „Alternate/Endings“ ist der beste Beweis dafür!

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