Popular Problems

Leonard Cohen - Popular Problems

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Der Seelentröster

Alle paar Jahre meldet sich eine altbekannte Stimme aus dem Tower of Song: Leonard Cohen beschenkt uns zu seinem 80. Geburtstag mit einem neuen Album. Es gehört zum Besten was Cohen seit seiner Rückkehr in den Musikzirkus geschrieben hat.

So richtig angesagt war er nie. Zunächst von den Hippies verschmäht, dann im Glamrock und später im Punk-Zeitalter als hoffnungslos altmodisch verschrien. Die Moden und Strömungen kamen und gingen, aber Leonard Cohen ist immer noch da. Und das eigentlich nur, weil er die Songrechte seiner größten Songs für ein paar Dollar weg gab und von seiner Managerin um sein gesamtes Vermögen gebracht wurde. Geld hieß für Cohen immer nur "Überleben", ansonsten interessierte er sich für ganz andere, wichtigere Dinge.

Erst im Alter von 33 fing der kanadische Dichter an, seine Texte zu vertonen. Und das, obwohl er seiner Stimme nie vertraute. Aber mit Gedichten alleine war damals wie heute kein Lebensunterhalt zu bestreiten.

"I was born like this, I had no choice 
I was born with the gift of a golden voice" 
("Tower of Song")

Und wie damals brummelt er auch auf "Popular Problems" melancholische Balladen ins Mikrofon, aber nie ohne diese gewisse Leichtigkeit, die so typisch für ihn ist. Von Cohen stammen zwei der schönsten Songs der Musikgeschichte. "Suzanne" und "Hallelujah", unsterbliche Lieder, die Generationen von Musikern und Musikfans berührt und inspiriert haben.

Jetzt schenkt er uns nochmal neun neue Songs, die er in den letzten Jahren auf Tour geschrieben hat. Darin bringt er all das auf den Punkt, was seine Kunst ausmacht. Im Opener "Slow" erklärt er, warum seine Musik immer so langsam und leise ist: "slow is in my blood". In "Almost Like The Blues" singt er uns den Blues über all die Schrecklichkeiten, die uns das Leben Tag für Tag zumutet und bleibt doch unerschütterlich zuversichtlich. Schließlich lässt das "almost" noch einige andere Möglichkeiten offen. Der lange Jahre depressive Leonard Cohen hat es gelernt, dem Blues ein Schnippchen zu schlagen. Mit Humor und Gelassenheit.

Seine Stimme ist gebrochener und tiefer denn je und berührt trotzdem mehr als jede ausgebildete Singstimme. Leonard Cohen war immer der lebende Beweis dafür, dass man keine große Stimme braucht, wenn man als Sänger und Songwriter etwas zu sagen hat. Schön, dass er nach Jahren der selbstgewählten Einsamkeit im buddhistischen Kloster wieder zu uns zurück gekehrt ist, um uns mit seinen langsamen, traurigen Songs zu beglücken.

Alles Gute, Leonard Cohen!

Video: Die besten Songs und Coverversionen von Leonard Cohen

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