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Rachmaninov: Symphony No. 2

Leonard Slatkin - Rachmaninov: Symphony No. 2

Label: 
Komponist: 
Sergej Rachmaninoff
Dirigent: 
Leonard Slatkin
Ensemble: 
Detroit Symphony Orchestra
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Düstere russische Orchesteromantik

Die Musik von Sergej Rachmaninoff kennt man zuallererst aufgrund seiner sehr populären Klavierkonzerte. Seine Symphonien sind viel weniger bekannt, haben es aber in sich, vor allem die Symphonie Nr. 2 e-moll, die wir hier in einer ausgezeichneten Aufnahme vorstellen.

Bei „symphonischer Musik“ und „Russland“ denkt man natürlich zuerst an Tschaikowsky und Schostakowitsch, Rachmaninoff ist, auch als Komponist, durch und durch mit dem Piano assoziiert. Kein Wunder, schließlich war er in der Hauptsache nicht mal Komponist, sondern der bedeutendste Klaviervirtuose seiner Zeit.

Rachmaninoff gilt heute als Mann der wunderschönen, romantischen „Liebes“-melodien, weil sich die langsamen Sätze seiner Klavierkonzerte dergestalt ins allgemeine Bewußtsein eingegraben haben. Tatsächlich könnte in Bezug auf ihn aber keine Vorstellung falscher sein: Rachmaninoff war ein düsterer, fast misanthropischer Mensch und als Typ der Inbegriff von Sachlichkeit und unterkühlter Nüchternheit.

Wer in die Musik seiner Symphonien hineinhört, der sieht sofort diesen anderen, den eigentlichen Rachmaninoff: Die Musik ist dunkel, trotz vorhandener romantischer Elemente fast grimmig. Sie steht den inneren Konflikten und Seelenqualen eines Tschaikowsky ziemlich nahe und tatsächlich gibt es zwischen Komponisten eine deutliche Parallele: Beide mußten nach katastrophalen Mißerfolgen lange gegen den Zeitgeist und enorme innere Verunsicherungen um den Erfolg ihrer Musik ringen.

Leonard Slatkin, der Dirigent der vorliegenden Aufnahme, ist gebürtiger Amerikaner, er dirigiert mit dem Detroit Symphony Orchestra zudem ein ur-amerikanisches Orchester. Dennoch könnte diese Einspielung überhaupt nicht russischer klingen. Die Dynamik, die Klangfarben, die ganze Atmosphäre – alles atmet hier jenen Geist, den man von den besten Aufnahmen Gergievs oder Mrawinskys kennt. Ein kleines Wunder.

1 CD, ca. 61 Minuten

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