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A Sigh, A Song

Lisa Bassenge Trio - A Sigh, A Song

Redaktionswertung: 
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Disco goes Jazz

Kann man einen Discostampfer wie Kylie Minogues Riesenhit "I Can`t Get You Out Of My Head" in eine herzzerreißend gefühlvolle Jazzballade verwandeln? Man kann!

Eine Konfrontation mit Kylie Minogues Hit ist seit über einem Jahr nahezu unumgänglich, aus allen Ecken schießen uns ihre Liedfetzen entgegen, man kann kaum durch die Strassen laufen ohne sich nicht der Gefahr eines "Lalalas" Kylies süßer Stimme auszusetzen, das durch dünne Wände, offene Fenster oder Supermarktlautsprechern dringt. Es gibt sicher viele Gründe, diesen Song in die Kategorie "Peinlichstes Lieblingslied" abzuschieben, aber dann wittert man doch, dass dieser Song, geschrieben von den Songwritern Cathy Dennis und Rob Davis, in Wirklichkeit ein riesiges Potenzial hat und in der Tat viel tiefer geht, als so manch anderer Charterfolg der vergangenen Jahre. Erstaunlich facettenreich klingt der simple Ohrwurm der australischen Sängerin in der Version des Lisa Bassenge Trios. Durch Hinzufügen einiger molliger Akkordfolgen und Weglassen des zackigen Beats hat die Berliner Jazzsängerin eine ganz neue Interpretation des Dancefloor-Klassikers geschaffen, nur begleitet von Piano und Kontrabass. Rickie Lee Jones wird nebenbei auch noch gewürdigt, denn die Meisterin des dahingenuschelten Jazzsongs mit Popappeal ist hier als Vorbild deutlich auszumachen. Und noch weitere Klassiker wurden für das Album "A Sigh, A Song" verjazzt: neben Rio Reisers "Junimond", Tom Waits` "Ol` 55" interpretiert das Trio auch "Shake The Disease" von Depeche Mode mal ganz anders, aber immer gefühlvoll. Eine schöne Platte für Jazzeinsteiger und Popträumer. (os/ur)

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