Aesthethica

Liturgy - Aesthethica

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Ästhetisch brachial

Liturgy kommen weder aus Schweden, Norwegen oder Finnland. Nein, Liturgy kommen aus Brooklyn, New York. Sie werfen alte Konventionen über Bord und schlagen auf ihrem apokalyptischen zweiten Album „Aesthethica“ ein neues Kapitel Black Metal auf.

Nicht nur ihre Erdung im New Yorker Stadtteil Brooklyn, aus dem im letzten Jahr im Minutentakt neue Hipsterbands ausgespuckt wurden, machen Liturgy zu etwas besonderem. Ihr konsequenter Verzicht auf alle Metalismen hebt sie heraus: keine Gitarrensoli, keine Blastbeats, kein Corpsepaint, keine Künstlernamen und ein Coverartwork, das neben dem umgedrehten Kreuz auch das Kreuz der christlichen Kirche ziert. Ein Sakrileg in der konservativen Szene. Trotzdem dürften Metalfans an diesem Album nicht vorbeikommen, selbst wenn es auf Thrill Jockey erscheint und Liturgy eine Split-Single mit dem Electrofrickler Oval veröffentlicht haben.

Zu radikal tragen Liturgy die Konventionen des Black Metal zu Grabe, unterhöhlen ihn, holen die Avantgarde ins Studio und schaffen es bei aller kathartischen Brachialität Moment mit Wiedererkennungswert zu schaffen. Kleine Melodiebögen, an denen man sich in diesem apokalyptischen Gedresche festhalten kann und Momente der absoluten Ruhe. Wie den ersten Black Metal-Bands aus Skandinavien geht es auch Liturgy um eine neue Ästhetik des Brachialen, in der sich alles in Auflösung und Aufruhr befindet. Kein schlechtes Bild für eine Welt am Abgrund - und definitiv eines der Alben des Jahres!

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