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Lockjaw

Lockjaw - Lockjaw

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Aus Solingen zum Mitwippen

Was geht eigentlich in Solingens Musikuntergrund? Der neue heiße Scheiß in keinem Fall, dafür aber der gute alte, emotional geladene Post-Hardcore.

Wenn eine Platte von einem in Weilheim ansässigen Label eintrudelt, meint man natürlich sofort zu wissen, in welches Fach sie gelegt werden muss. Consolidate Records zeigt aber ein weiteres Mal, dass auch im Musikbereich Vorurteile absolut unangebracht und schlichtweg dumm sind. Genauer gesagt ist es das dritte Album von Lockjaw, das diese Erkenntnis nach sich zieht. Auch wenn man den fünf Solingern Antiquiertes unterstellen möchte, ertappt man sich beim Kopfnicken und Mitwippen, denn ihr selbstbetiteltes Album ist voller Leidenschaft. Und auch wenn sie das musikalische Rad beileibe nicht neu erfinden, bereiten sie schlau und wuchtig ein erstaunliches Hörvergnügen. Energetisch rockende und mitreißende zwölf Stücke haben sie in Eigenregie aufgenommen und produziert. Ein paar musikalische Posen haben sie dabei nicht ausgelassen, aber auch niemals gänzlich ausgereizt. Lockjaw wissen, wie man rockt, ohne stupide dabei zu agieren. Mit Feuer unterm Hintern versprühen sie soviel Energie, als hätten sie diese Musik geradezu neu entdeckt. Leider führt die hier zuhörende „Akustik-Spezial-Version“ des Tracks „Child In Spring“ etwas in die Irre, denn Lockjaw sind anders. Härter, lebendiger, dynamischer, interessanter und einfach besser. Deshalb sollte man ihrem aktuellen Album auch eine Chance geben. Kopfnicken und Mitwippen werden garantiert. (bb)

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