Album

Lake Toba

Lukestar - Lake Toba

Redaktionswertung: 
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herausragend
Pompöses Euphorie-Delirium

Wer bei Norwegen nur an glänzenden aha-Pop und dunkle Doom-Metal-Nächte denkt, ist nicht gänzlich schief gewickelt. Lukestar aber beweisen, dass von dort oben auch strahlender Psycho-Pop-Rock mit viel Kraft und einem Haufen Atmosphäre kommen kann.

Truls, Yngve, Jörgen, Marius und Torbjörn leben in Oslo und nennen sich in ihrem musikalischen Zusammenschluss Lukestar. Und das Vorurteil, dass norwegische Bands eh nicht viel mehr zustande bringen, als düstere Metalgewitter in kalten Kellern, hebelt diese Band mit jedem Ton ihrer Musik aus den Angeln. Die zehn Songs auf „Lake Toba“, dem zweiten Album des Quartetts, erstrahlen förmlich in einem sonnig kühnen Glanz. Die Norweger geben sich retro, zelebrieren den Falsett-Gesang und rocken sich durch ihre komplexen Strukturen, wie ein betrunkener Mathematikprofessor im Euphorie-Delirium.

Zwischen mystisch Pompösen und halsbrecherischem Poprock, zwischen unauffälligen Kleinigkeiten und großem Kino geben sie eine Art Sigur Ros auf reichlich Speed und zwei Fässern Flügelbrause ab. Oder Mew mit richtig guter Laune, ganz wie man möchte. Lukestar bleiben dabei trotzdem atmosphärisch, ohne ätherisch dahinzudümpeln oder in ellenlangen Elegien zu versacken.

Auf ihrer Homepage stellt die Band gleich drei Songs dieses Albums zum kostenlosen Download bereit. Man höre rein und sei gespannt, wie die fünf Norweger das Ganze auf ihrer anstehenden Tour live umsetzen werden.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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